POLITIK
31/12/2015 02:45 CET | Aktualisiert 31/12/2015 03:14 CET

Schleppen Flüchtlinge Krankheiten ein? Der Ärztepräsident spricht endlich Klartext

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Flüchtlinge überqueren in Bayern die Grenze nach Deutschland

Oft hört man während der Flüchtlingskrise eine Sorge: Die Migranten könnten in Deutschland fast unbekannte Krankheiten wie Krätze oder Tuberkulose und resistente Keime einschleppen und allgemein zu einer großen Belastung für das Gesundheitssystem werden. Doch diese Befürchtungen sind offenbar völlig unbegründet.

Der Bundesärztepräsident Frank-Ulrich Montgomery ist zuversichtlich. Sorgen vor einer Überforderung des Gesundheitssystems durch Flüchtlinge hält er für falsch. "Wir schaffen das", sagte Montgomery im Interview mit der "Welt". Das Krankheitsbild der Flüchtlinge sei nicht so schlimm wie anfangs befürchtet.

Die Flüchtlinge seien nämlich viel gesünder als die Deutschen. "Sie schleppen keine Infektionskrankheiten ein, und es kommen auch keine chronisch Kranken." In der Regel seien es junge dynamische Männer. Die Gesundheitskosten eines Asylbewerbers seien 600 Euro niedriger als bei einem Deutschen. "Das sind übernormal gesunde Menschen“, sagte Montgomery. "Die können wir in unserem Gesundheitssystem gut behandeln."

Der Ärztepräsident lobte zudem die hohe Impfbereitschaft der Flüchtlinge. In dem Zusammenhang bekräftigte er seine Forderung nach einer Impfpflicht in Deutschland für bestimmte Krankheiten wie Masern.

Impfungen seien unerlässlich. "Sicherlich kann die Impfpflicht nicht mit der Polizei oder der Strafjustiz oder einem 'Impfknast'’ durchgesetzt werden", sagte Montgomery. "Aber sie ist eine Mahnung an die Eltern, was passieren könnte, wenn ihre Kinder nicht geimpft werden oder sie sich nicht impfen lassen."

Man könnte so viel mehr Menschen aufklären und überzeugen. "Das ist besser als das, was wir heute haben, wo viele Menschen aus Unwissenheit, Schludrigkeit oder Misstrauen nicht zur Impfung gehen", so der Ärztepräsident. Selbst wenn nicht alle Impfverweigerer erreicht würden, reiche eine Impfung von 90 Prozent der Bevölkerung aus, damit sich eine Krankheit nicht weiter verbreite.

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