POLITIK
30/12/2015 23:59 CET | Aktualisiert 31/12/2015 04:32 CET

Für Putin endet das Jahr mit einer Horror-Nachricht

Der russische Präsident Wladmir Putin
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Der russische Präsident Wladmir Putin

Für Wladimir Putin endet das Jahr mit einer Horror-Nachricht. Die russische Währung ist gestern auf ihren niedrigsten Wert gegenüber dem Dollar seit rund zwölf Monaten gesunken. Der Rubel ging am Mittwoch im frühmorgendlichen Handel am Mittwoch um 1,3 Prozent zurück. Für einen Dollar gab es demnach 73,2 Rubel. Am Donnerstagmorgen stieg der Kurs der Währung nur leicht.

Die russische Wirtschaft leidet. Der Grund sind westliche Sanktionen und der niedrigere Ölpreis. Der russische Minister für wirtschaftliche Entwicklung sagte am Dienstag, die Regierung sei nicht so sehr über den Wertverlust des Rubel, sondern über dessen Volatilität besorgt. Dies erschwere die Haushaltsplanung.

Seit Jahren fällt der Kurs des Rubel. Er hat nach einem massiven Kursverlust 2014 in diesem Jahr weiter deutlich an Wert verloren. Das wiederum hat importierte Waren verteuert und Lebensmittelpreise nach oben getrieben.

Sanktionen lassen die Preise steigen. Ein russisches Verbot westlicher Nahrungsmitteleinfuhren als Vergeltung für europäische und amerikanische Wirtschaftssanktionen hat die Verknappung noch verschlimmert und die Preise weiter in die Höhe getrieben. Nach offiziellen Angaben sind die Verbraucherpreise 2015 um zwölf Prozent gestiegen, aber die Kosten für Einkäufe zum neuen Jahr spiegeln eine deutlich höhere Inflationsrate wider.

Die Russen verarmen. Volkswirtschaftlern zufolge lassen niedrigere Einkommen und höhere Preise Millionen Menschen wieder unter die Armutsgrenze zurückfallen. Ungefähr 39 Prozent der Russen sagen heute, dass sie entweder zu wenig Geld zum Kauf von Lebensmitteln haben oder sich keine neue Kleidung leisten können, wie aus einer jüngsten Umfrage des Meinungsforschungsinstituts VTsIOM hervorgeht. Vor einem Jahr waren es 22 Prozent.

Auch die Einzelhandelsumsätze gehen zurück. Sie lagen im November um 13 Prozent niedriger als im Vorjahr - der stärkste Rückgang seit 2000, wie das Ministerium für Wirtschaftsentwicklung jetzt mitteilte. Das liege daran, dass viele Russen nicht nur bei langlebigen Produkten sparen, sondern auch bei Lebensmitteln.

Auch Putin bekommt die Veränderung der Stimmung im Land zu spüren. Diese Entwicklung spielte auch unlängst bei der Jahrespressekonferenz des Präsidenten eine herausragende Rolle. Journalisten von staatseigenen Medien, die sonst nicht für harte Fragen bekannt sind, löcherten den Präsidenten diesmal in Sachen sinkende Einkommen und Lebensstandards.

Dennoch hält die Masse der Russen zu Putin. Die Mehrheit neigt nicht dazu, den Präsidenten für die Probleme verantwortlich zu machen, sondern allgemein die Regierung. Putin ist wegen seiner Annexion der Krim-Halbinsel im vergangenen Jahr weiter populär.

Mit Material der AP

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