POLITIK
30/12/2015 01:46 CET | Aktualisiert 30/12/2015 05:32 CET

USA werfen Russland Angriffe auf syrische Schulen vor

Berichte von Aktivisten legten nahe, dass "medizinische Einrichtungen, Schulen und Märkte" bei russischen Luftangriffen getroffen worden seien, sagte ein US-Sprecher.
AP
Berichte von Aktivisten legten nahe, dass "medizinische Einrichtungen, Schulen und Märkte" bei russischen Luftangriffen getroffen worden seien, sagte ein US-Sprecher.

Die USA haben Russland die Tötung Hunderter Zivilisten in Syrien vorgeworfen. Berichte von Aktivisten legten nahe, dass "medizinische Einrichtungen, Schulen und Märkte" bei russischen Luftangriffen getroffen worden seien, sagte Außenamtssprecher Mark Toner in Washington.

Die Angriffe erschwerten eine politische Lösung, sagte Toner. Die überraschend scharfe Kritik an Russland kommt wenige Tage vor dem geplanten Beginn der Verhandlungen zwischen Vertretern von Assad und einer Delegation der Opposition.

Verstörender Anstieg von Berichten über zivile Opfer

Ein entscheidendes Treffen. Unter Vermittlungshilfe Moskaus und Washingtons sollen die Gespräche im Januar 2016 stattfinden. Ziel sind eine Übergangsregierung, Wahlen und eine neue Verfassung binnen 18 Monaten in dem seit 2011 von einem Bürgerkrieg gezeichneten Land.

Schon seit geraumer Zeit stehen schwere Vorwürfe gegen Russland im Raum. Seit Ende September greift das Land in Syrien militärisch ein. Vergangene Woche berichtete die Menschenrechtsorganisation Amnesty International von russischen Einsätzen von Streumunition und ungelenkten Bomben in Wohngegenden.

Der Report erhob schwere Vorwürfe. Moskau wurde in dem Bericht ein "schändliches Versagen" vorgehalten, zivile Todesopfer bei den Attacken einzuräumen.Russland wies die Vorwürfe jedoch prompt als "Klischees und Fälschungen" zurück. Vor dem Amnesty-Bericht hatte auch die Menschenrechtsorganisation Human Rights Watch ähnliche Anschuldigungen gegen Moskau erhoben.

US-Außenamtssprecher Toner bestätigte alle Vorwürfe zwar nicht direkt - sprach jedoch von "einem deutlichen und verstörenden Anstieg von Berichten über zivile Opfer, seit Russland seine Luftangriffe" in Syrien gestartet habe. Im Oktober und der ersten Novemberhälfte seien allein rund 130.000 Syrer durch diese Einsätze vertrieben worden.

Zudem würde Russland vor allem moderate Rebellen angreifen. Toner sagte, dass Moskaus Bomben vermutlich nicht den IS zum Ziel hätten, sondern ein "großer Teil" von Assads Gegnern gehaltene Regionen getroffen hätten. Dort seien viele getötet oder verwundet worden.

Der US-Außenminister soll bereits mit seinem russischen Amtskollegen gesprochen haben. Toners Angaben zufolge rief US-Chefdiplomat John Kerry diese Woche seinen russischen Kollegen Sergej Lawrow an, um ihm seine Bedenken mitzuteilen.Über die Reaktion Lawrows wollten US-Vertreter zunächst keine Angaben machen.

Toner wirft Moskau vor, eine Friedenslösung zu verhindern. Die USA konzentrierten sich darauf, einen "glaubwürdigen politischen Prozess anzustoßen, der endlich zu einem Ende der Gewalt in Syrien und einem neuen politischen Weg nach vorne für das syrische Volk führen könnte", sagte Toner. "Attacken auf jene, die Teil dieses politischen Prozesses sein könnten sowie Attacken auf unschuldige Zivilisten untergraben Bemühungen um eine politische Lösung."

Mit Material von AP

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