POLITIK
30/12/2015 16:18 CET | Aktualisiert 30/12/2015 17:26 CET

Immer weniger Geld: So schlimm stehen Hartz-IV-Empfänger da

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Im neuen Jahr dürfen sich Empfänger von Hartz IV über ein großzügiges Geschenk freuen: Fünf Euro mehr werden ihnen Monat für Monat überwiesen, 404 Euro stecken dann in den Taschen von Alleinstehenden. Eine gute Nachricht?

Die Betroffenen müssen sie für einen schlechten Witz halten: Sie haben weniger Geld übrig als bei Einführung der Sozialleistung im Jahr 2005, wie der Deutsche Gewerkschaftsbund (DGB) berechnet hat.

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Die Vorsitzende der Linkspartei, Katja Kipping, hält die schleichende Verarmung für einen Skandal: "So ist ein Leben in Menschenwürde, wie es das Grundgesetz verlangt, für Menschen, die Sozialleistungen beziehen, immer weniger möglich", sagte sie der Nachrichtenagentur dpa. Die Hartz-Regelsätze müssten neu berechnet und die Preisentwicklung bei den Anhebungen komplett berücksichtigt werden.

Leben zwei Erwachsene als Ehepaar oder Partner in einem Haushalt, einer sogenannten Bedarfsgemeinschaft, sollen sie jeweils 364 statt bisher 360 Euro erhalten. Und auch ihnen geht es nicht wesentlich besser. Der Grund: Die Preise für Lebensmittel und anderen Bedarf sind in der Zwischenzeit stärker gestiegen als die Hartz-IV-Sätze.

So wurden die Regelsätze von 2005 bis 2015 um 15,7 Prozent angehoben - die Preise für Nahrungsmittel stiegen in derselben Zeit aber um 24,4 Prozent. Stark abgehängt werden Hartz-IV-Bezieher laut DGB auch bei den Strompreisen.

Besonders benachteiligt sind demnach die Kinder von Hartz-IV-Empfängern. DGB-Vorstandsmitglied Annelie Buntenbach sagte der Nachrichtenagentur dpa: "Trotz guter Konjunktur hat sich die Spaltung zwischen oben und unten noch vergrößert." Ein Teil der Gesellschaft werde von der allgemeinen Wohlstandsentwicklung abgehängt.

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