GOOD
30/12/2015 11:04 CET | Aktualisiert 30/12/2015 18:23 CET

15 Menschen, die die Welt 2015 zu einem besseren Ort gemacht haben

An was werden wir uns erinnern, wenn wir auf das Jahr 2015 zurückblicken werden? Sicher - es war ein krisenreiches Jahr. Doch umso wichtiger waren Menschen, die uns dieses Jahr Lichtblicke beschert haben. Ein syrischer Flüchtling, der in Berlin Suppe an Bedürftige verteilt, ein Fußballer, der einen Erdölersatz entdeckt, eine Forscherin, deren Entdeckung zukünftig Millionen Babys das Leben retten wird. All diese Menschen die Welt 2015 zu einer besseren gemacht:

1. Ijad Madisch, Forscher-Vernetzer

Mit gerade mal 27 Jahren gründete der Forscher mit syrischen Wurzeln das Berliner Start-up ResearchGate – eine Art Facebook für Wissenschaftler, das den globalen Austausch von Wissen unter Forschern enorm beschleunigt. Dieses Jahr kam dann der große Durchbruch: Über acht Millionen Mitglieder verzeichnet Madischs Start-up heute, nach seinen Schätzungen sind das bis zu 80 Prozent der Forscher weltweit. Wissenschaftler aus der ganzen Welt feiern ResearchGate 2015 als einen Durchbruch für die Wissenschaft – und Madisch als Pionier.

ijad madisch

2. Emma Watson, Schauspielerin mit Gerechtigkeitssinn

Die Schauspielerin, die als Hermine in der "Harry-Potter"-Reihe berühmt wurde, stach im letzten Jahr nicht nur durch schauspielerisches Talent, sondern auch durch ihr soziales Engagement heraus. Seit Ende 2014 leitet sie die UN-Kampagne "HeforShe", die sich für Gleichberechtigung von Frauen und Männern einsetzt. Als Reaktion auf ihre bewegende Rede Ende des Jahres traten 2015 über 600.000 Männer der solidarischen Bewegung bei, darunter US-Präsident Barack Obama und Schauspieler Russel Crowe.

emma watson

3. Vincent Touboul Flachaire, Profi-Spendensammler

Der gerade mal 19-jährige Franzose gründete dieses Jahr die Plattform Goodeed, auf der Menschen für wohltätige Zwecke spenden können – und zwar ohne selbst Geld ausgeben zu müssen. Die geniale Idee dahinter: Nutzer suchen ein Projekt aus, für das sie spenden wollen und sehen sich dann einen 20-sekündigen Werbeclip auf der Seite an. Für die Ausspielung dieser Werbung zahlt dann ein Unternehmen Geld an eine Wohltätigkeitsorganisation. Dank der Idee des 19-Jährigen wurden dieses Jahr unter anderem über 200.000 Mahlzeiten an Kinder in Kenia verteilt.

vincent touboul flachaire

4. Maria Pereira, beherzte Ingenieurin

Die Entdeckung der Bio-Ingenieurin könnte Millionen Leben retten. Sie erforschte dieses Jahr eine Art Klebstoff, der Herzen von Babys reparieren kann. Eines von 100 Babys ist von lebensbedrohlichen Herzfehlern betroffen, Pereiras Forschung könnte ihnen zukünftig ein gesundes Leben schenken. 2017 soll der Stoff auf den Markt kommen, Experten gehen davon aus, dass Pereiras Forschung die moderne Chirurgie entscheidend verändern wird.

maria pereira

5. Mathieu Flamini, Fußballer & Forscher

2008 gründete der Fußballer von Arsenal London heimlich eine Firma, die an der Herstellung eines Stoffs namens Lävulinsäure forschte - ein Stoff, der zukünftig Erdöl ersetzten könnte. Dieses Jahr kam der Durchbruch: Flaminis Firma GFBiochemicals hat ein Verfahren entwickelt, das die bisher komplexe Herstellung des Stoffs stark vereinfachen soll. Wissenschaftler auf der ganzen Welt sind sich sicher: Diese Entdeckung des Fußballers könnte den Grundbaustein für eine grünere Zukunft legen.

mathieu flamini

6. Justin Trudeau, Premier mit Zeitbewusstsein

Kanadas neuer Premierminister sorgte 2015 immer wieder für Schlagzeilen. In sein Kabinett lud er - als erster Premierminister in der Geschichte Kanadas - gleich viele Frauen wie Männer ein. Auch ethnische Minderheiten sind in seinem Kabinett vertreten, wie in keinem zuvor. Diese Entscheidung erklärte er mit einem einfachen Satz: "Weil es 2015 ist." Auch in Sachen Flüchtlingshilfe machte der Politiker auf sich aufmerksam: Die ersten 163 syrischen Flüchtlinge, die im Dezember in Kanada landeten, begrüßte Trudeau persönlich mit Handschlag.

justin trudeau

7. Boyan Slat, Reinemacher

Die Idee des 20-Jährigen Boyan Slat könnte eine ökologische Katastrophe verhindern. Er entwickelte eine Art Staubsauger, der die Meere von Millionen von Tonnen Plastikmüll befreien könnte. Über die Crowdfunding-Plattform Kickstarter hat er für sein Projekt namens "Ocean Clean-Up" dieses Jahr über zwei Millionen Dollar Spenden sammeln können. 2016 soll seine Idee zum ersten Mal im japanischen Meer Anwendung finden. Wir sind gespannt!

boyan slat

8. Milena Glimbovski, Müllvermeiderin

Ihre Idee könnte deutsche Supermärkte revolutionieren. Nur durch Supermarkteinkäufe produziert jeder Deutsche im Schnitt rund 250 Kilogramm Kunststoff- und Papierabfall pro Jahr. Das wollte die gelernte Grafikerin Milena Glimbovski ändern: Ohne viel Vorwissen und mit der finanziellen Unterstützung durch ein Crowdfunding eröffnete sie Ende 2014 den ersten plastikfreien Supermarkt Berlins – und traf damit einen Nerv. Und weil ihre Idee aufging, eröffneten im Laufe des Jahres 2015 immer mehr Supermärkte nach ihrem Vorbild.

milena glimbovski

9. Anja Reschke, Mundaufmacherin

Die deutsche Journalistin und Moderatorin beeindruckte dieses Jahr mit ihrem öffentlichen Appell gegen fremdenfeindliche Hetze im Rahmen der "Tagesthemen". Dort forderte sie uns alle dazu auf, Fremdenhass - auch im Netz - nicht zu tolerieren. Ihre klaren Worte schienen in Mitten der Flüchtlingskrise vielen aus der Seele zu sprechen. Das Video wurde innerhalb weniger Stunden millionenfach aufgerufen.

anja reschke

10. Ramón Méndez, Elektro-Star

Der Energieminister Uruguays hat geschafft, wovon der Rest der Welt bisher nur träumen kann: 2015 wurden in dem kleinen Land in Südamerika fast 95 Prozent der Elektrizität und 55 Prozent des Gesamtenergiebedarfs des Landes aus erneuerbaren Energien bezogen. Zum Vergleich: Deutschland gilt in Sachen erneuerbare Energien zwar als Vorreiter, kann aber mit einem Wert von rund 30 Prozent noch einiges von Méndez lernen.

ramon mendez

11. Richard Arnold, Beherberger

Dank dem Engagement der Gemeinden konnte Bundeskanzlerin Angela Merkels "Wir schaffen das!" vielerorts in die Realität umgesetzt werden. Doch das war nur durch überdurchschnittliches Engagement, wie das des Oberbürgermeisters von Schwäbisch Gmünd, Richard Arnold, möglich. Er hat in der Flüchtlingspolitik in seinem Ort zu seiner persönlichen Aufgabe gemacht: Mehr als die Hälfte der Flüchtlinge in dem schwäbischen Ort wurden dank Arnold an private Haushalte vermittelt, zwei Geflüchtete aus Nigeria und Gambia kamen bei seinen Eltern unter.

richard arnold

12. Hannah Herbst, Vordenkerin mit 15

Die 15-jährige Amerikanerin entwickelte ein Modell, mit dem man aus Meeresströmungen Energie gewinnen und gleichzeitig Trinkwasser filtern kann. Für diese Idee gewann die Teenagerin dieses Jahr "America's Top Young Scientist"-Award. Zusammen mit dem Top-Wissenschaftler Jeffrey Emslander arbeitet sie jetzt daran, ihre Erfindung so zu verbessern, dass man sie in Entwicklungsländern aufbauen kann.

hannah herbst

13. Alex Assali, Herd-Held

Seine Aktion sorgte für Schlagzeilen auf der ganzen Welt. Er selbst kam 2014 als Flüchtling nach Deutschland und wollte den Deutschen etwas zurückgeben. Deshalb entschied er sich dazu, einen traditionellen Eintopf zu kochen, um ihn kostenlos auf dem Berliner Alexanderplatz an Bedürftige zu verteilen. Es sind Menschen wie Assali, die Asylkritikern in diesem Jahr den Wind aus den Segeln genommen haben.

alex assali

14. Aeham Ahmad, Flügelkämpfer

Aeham Ahmads Bild ging um die Welt. Der Pianist spielte in Mitten der zerbombten syrischen Stadt Damaskus, in der Stadt, die von der Terrormiliz IS am schlimmsten getroffen wurde. Seine Lieder spiegeln das Leid einer ganzen Nation wieder - und auch die Kampfbereitschaft dieser. Denn: Musik wird vom IS nicht toleriert, Ahmad hörte erst auf zu spielen, als der IS sein Klavier zerstörte. Seit diesem Jahr lebt er in München, dort trat er im Oktober vor 24.000 Menschen auf.

aeham ahmad

15. Abdullah Kurdi, Vater mit Botschaft

Das Leid dieses Mannes ist schwer vorstellbar: Die ganze Welt sah das Bild seines ertrunkenen Sohnes, der kleine Aylan, leblos am Strand. Auf der Flucht aus Syrien verlor noch einen Sohn und seine Frau. Trotzdem fand er die Kraft, sich nur wenige Monate später in einer Weihnachtsbotschaft des britischen Senders Channel 4 an die Welt zu wenden. Darin appelliert er an uns alle, unsere Türen für Flüchtlinge zu öffnen, Mitgefühl mit all jenen zu haben, die ihre Heimat aus Angst verlassen müssen. Er wünsche sich Frieden für Syrien, Frieden für die Welt, sagt er schließlich.

abdullah kurdi

Lesenswert:

Ihr habt auch ein spannendes Thema?

Die Huffington Post ist eine Debattenplattform für alle Perspektiven. Wenn ihr die Diskussion zu politischen oder gesellschaftlichen Themen vorantreiben wollt, schickt eure Idee an unser Blogteam unter

blog@huffingtonpost.de.

Video: So kann eine Immuntherapie Haut- und Lungenkrebs heilen - ganz ohne Bestrahlung