WIRTSCHAFT
30/12/2015 13:40 CET | Aktualisiert 30/12/2015 14:11 CET

Dieses Wetterphänomen bedroht über 20 Millionen Menschen

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Die Gefahr ist gigantisch - doch Hilfe ist noch lange nicht unterwegs. Ein Wetterphänomen könnte zu einer der größten humanitären Katastrophen unserer Zeit beitragen - trotz eines harmlosen Namens: El Niño (spanisch für "das Kind").

Für Wetterforscher ist El Niño spannend zu beobachten: In den Weltmeeren fließt warmes Wasser dahin, wo vorher kaltes war, auf der Erde wehen Winde in die entgegengesetzte Richtung. Die Folge: Wo vorher regelmäßig Regen fiel, fehlt das Wasser. Etwa im Osten von Afrika.

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Mütter bangen um ihre Kinder

Zum Jahreswechsel wird El Niño mit aller Härte zuschlagen - und zu einem Desaster in kaum fassbarem Ausmaß führen: 22 Millionen Menschen seien durch eine zu erwartende Dürre von Hunger bedroht, warnt die Hilfsorganisation CARE. In den ohnehin von Knappheit und Armut gezeichneten Ländern am Horn von Afrika bedeutet das: akute Lebensgefahr. Die Versorgung ist nicht gesichert.

In Somalia etwa blieb die übliche Regenzeit in diesem Jahr nahezu vollständig aus. In der Folge verendeten reihenweise Ziegen und Schafe - deren Milch für die Ernährung von Kindern gebraucht wird. Ein Bericht aus dem Land beschreibt, dass Mütter um ihren geschwächten Nachwuchs bangen müssen.

Eine Lösung ist da - aber kein Geld

Ähnlich ist die Situation im benachbarten Äthiopien - dort hat das Wetterphänomen bereits seine volle Stärke ausgespielt und die schwerste Dürre seit 30 Jahren verursacht. Eigentlich sind Familien vorbereitet, haben Nahrung und Wasser gelagert. Nun aber sind massenhaft Vorräte aufgezehrt. Auf Hilfe in der Not können die Einwohner nicht hoffen.

Denn: Den Vereinten Nationen fehlt es an Geld, die Folgen des Klimachaos' zu beseitigen. Mittel für die Katastrophenvorsorge und akute Nothilfe stünden erst zu 49 Prozent bereit, heißt es.

Das, so scheint es, ist die wahre Tragödie: Das Problem ist bekannt, es gibt eine Lösung - und doch kommt sie den Betroffenen nicht zugute. El Niño treibt den Mangel über den Kontinent - und die Menschen verhungern vor den Augen der Weltgemeinschaft.

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