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30/12/2015 14:36 CET | Aktualisiert 30/12/2015 14:37 CET

Ärzte ohne Grenzen beenden Hilfe auf Sizilien - aus Protest

Ärzte ohne Grenzen prangern die schlechten Bedingungen in den Aufnahmezentren auf Sizilien an.
EPA/ANDREA SCARFO
Ärzte ohne Grenzen prangern die schlechten Bedingungen in den Aufnahmezentren auf Sizilien an.

Aus Protest gegen die "unzulänglichen Bedingungen" in mehreren Aufnahmezentren für Flüchtlinge in Sizilien hat die Hilfsorganisation Ärzte ohne Grenzen ihren Einsatz dort beendet.

"Trotz unserer Forderungen sind die Aufnahmezentren nach wie vor überfüllt", kritisierte Stefano di Carlo, der Einsatzleiter von Ärzte ohne Grenzen (MSF) in Italien. Daher wurde die medizinische Hilfe im Erstaufnahmezentrum im italienischen Pozzallo und das Programm für mehrere Aufnahmezentren in der Provinz Ragusa eingestellt, teilte die Organisation am Mittwoch mit.

"Die Bedingungen, unter denen die Ankommenden in Sizilien aufgenommen werden, sind unwürdig", ergänzte er. Es gebe zu wenig Informationen, die Menschen würden nicht ausreichend geschützt. MSF hat nach eigenen Angaben in den vergangenen Monaten mehrmals die Zustände in den Zentren kritisiert und Verbesserungen gefordert, jedoch ohne Erfolg.

Italien steht bereits seit langem in der Kritik wegen der Zustände in seinen oft völlig überfüllten Flüchtlingszentren. Die Regierung weist die Vorwürfe aber zurück. Nach dem Rückzug von MSF war das Innenministerium zunächst nicht für eine Stellungnahme zu erreichen.

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