POLITIK
29/12/2015 11:12 CET

Flüchtlinge in Turnhallen: NRW-Sportbund schreibt Brandbrief

dpa

Wohin mit den Flüchtlingen? Diese Frage beschäftigt nicht nur Politiker und besorgte Bürger. Auch Sportverbände mischen sich immer häufiger in die Diskussion um die Unterbringung der Asylbewerber ein.

Der Grund: Sie sehen ihre Sportstätten in Gefahr. Ein Sportbund aus NRW hat jetzt einen Brandbrief geschrieben, der vor einem "Zusammenbruch der sportlichen Infrastruktur" warnt.

Die Vereine wissen nicht mehr weiter

Die Regierung werde darin aufgefordert, dafür zu sorgen, dass keine weiteren Flüchtlinge mehr in Sportstätten untergebracht werden müssten, zitiert die "Rheinische Post" aus dem Brief des Neusser Sportbundes.

Aus allen Kommunen des Rhein-Kreises Neuss würden erhebliche Einschränkungen im Sportbetrieb gemeldet, kritisieren die Sportbund-Funktionäre weiter. Dies gelte sowohl für das Vereinswesen als auch für den Schulsport: "Unsere Sportvereine wissen nicht mehr, wie sie die Einschränkungen kompensieren können."

Mitgliederverluste, Einnahmeausfälle und die verpflichtende Weiterbezahlung von Übungsleitern bedrohten manche Vereine bereits in ihrer Existenz.

Die Stimmung kippt zusehends

Unverständlich sei, dass Sporthallen als Notunterkünfte dienten, während Einrichtungen des Bundes und des Landes leer stünden, zitiert das Blatt weiter aus dem Schreiben, das auch an NRW-Ministerpräsidentin Hannelore Kraft (SPD) gerichtet ist.

Der Sport leiste eine wichtige Integrationsarbeit, doch nun drohe der "Integrationsmotor Sport abzusaufen", heißt es weiter. Noch gebe es zwar "eine diffuse Grundstimmung, den Flüchtlingen beizustehen. Aber die Stimmung kippt zusehends".

Noch vor wenigen Tagen hatte NRW-Innenminister Ralf Jäger (SPD) angekündigt, dass das Land die als Notaufnahmeeinrichtung genutzten Turnhallen ab Februar aufgeben wolle. Er könne jedoch nicht sagen, ob die Kommunen diese Gebäude nicht anschließend für die ihnen neu zugewiesenen Asylbewerber nutzen würden, sagte Jäger.

Auch auf HuffPost:

Polizistin behauptet: Flüchtlings-Probleme auf der Straße schlimmer als offizielle Zahlen

Lesenswert:

Ihr habt auch ein spannendes Thema?

Die Huffington Post ist eine Debattenplattform für alle Perspektiven. Wenn ihr die Diskussion zu politischen oder gesellschaftlichen Themen vorantreiben wollt, schickt eure Idee an unser Blogteam unter

blog@huffingtonpost.de.