POLITIK
29/12/2015 17:44 CET | Aktualisiert 29/12/2015 22:14 CET

Telekom-Chef Timotheus Höttges fordert bedingungsloses Grundeinkommen

Telekom-Chef Timotheus Höttges
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Telekom-Chef Timotheus Höttges

Die zunehmende Digitalisierung der Arbeit wird unsere Gesellschaft verändern. Mehr und mehr Arbeiten, die zuvor von Menschen erledigt wurden, werden von Computern übernommen werden. Das bedeutet: Internetkonzerne werden ohne Profite einfahren, während weniger Menschen Arbeit haben und in die Sozialsysteme einzahlen.

Internet und Computer werden unsere Gesellschaft weiter verändern. Angesichts der bevorstehenden Umwälzungen der Arbeitswelt fordert Telekom-Chef Timotheus Höttges "unkonventionelle Lösungen" zum Erhalt der Sozialsysteme. Er stellt sich ein Grundeinkommen vor, wie es zum Beispiel in Finnland geprüft wird. Auch in der Schweiz will ein Volksbegehren das Grundeinkommen einführen. "Ein bedingungsloses Grundeinkommen kann eine Grundlage sein, um ein menschenwürdiges Leben zu führen", so Höttges im Interview mit der "Zeit".

Die bestehenden Sozialsysteme könnten mit den Veränderungen nicht umgehen. "Es geht um die Frage, wie wir ein faires System für eine Welt von morgen schaffen." Mit Blick auf den Wegfall von Arbeitsplätzen fordert Höttges: "Wir müssen unsere Gesellschaft absichern. Deswegen die Idee des Grundeinkommens. (…) Es könnte eine Lösung sein – nicht heute, nicht morgen, aber in einer Gesellschaft, die sich durch die Digitalisierung grundlegend verändert hat."

Große Internetkonzerne sollen das Grundeinkommen finanzieren - durch Besteuerung. "Wenn Produktivität zukünftig vor allem an Maschinen und die Auswertung von Daten gekoppelt ist, könnte die Besteuerung stärker auf den darauf beruhenden Gewinnen aufbauen und weniger auf der Einkommensteuer des Einzelnen", so Höttges.

"Die Gewinnbesteuerung ist wahrscheinlich der richtige Weg", sagte er. "Eine Besteuerung von Daten scheint mir wenig praktikabel und nicht sinnvoll zu sein. Die Besteuerung der Maschinen, die Produktivitätssteigerungen garantieren, würde dazu führen, dass vielleicht weniger Maschinen genutzt würden, als technisch sinnvoll wäre."

Die Besteuerung von Internetkonzernen bereitet allerdings schon jetzt Probleme. So räumt Höttges ein: "Die Besteuerung großer Internetkonzerne fällt uns heute schon schwer, weil die ihre Plattformen irgendwo auf der Welt errichten."

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