POLITIK
29/12/2015 04:53 CET | Aktualisiert 29/12/2015 08:41 CET

Putin hat einen fatalen Rechenfehler gemacht - er beschleunigt den Niedergang Russlands

Schlimmer geht’s nicht. Wladimir Putin scheint davon auszugehen, dass die wirtschaftliche Lage seines Landes sich nicht verschlechtern kann. Doch sein Land steht offenbar vor größeren Schwierigkeiten, als ihm klar ist. Im Gegensatz zur Vorstellung der russischen Regierung sieht alles danach aus, dass das Wirtschaftswachstum weiter zurückgehen wird.

Dieser Ansicht ist zumindest der ehemalige russische Finanzminister Alexei Kudrin. Er sagte der Agentur Interfax: "Wir sehen weiter Verschlechterungen in wirtschaftlichen Daten für November." Der Ex-Minister fügte hinzu: "Für mich bedeutet dies, das die Situation instabil ist. Wenn man noch den starken Rückgang des Ölpreises hinzufügt, führt dies zu einer unstabilen Lage. Wenn der Ölpreis auf diesem Niveau für weiter sechs Monate oder ein Jahr verharrt, werden wir einen weiteren Abstieg der russischen Wirtschaft erleben."

Vergangene Woche verabschiedete Russland seinen Staatshaushalt für 2016. In dem ging die Regierung noch davon aus, dass der Ölpreis bei 50 US-Dollar pro Barrel verharren wird. Doch schon jetzt befindet er sich bei 40 US-Dollar. Putin musste bei seiner jährlichen Pressekonferenz zugeben, dass der Haushalt "sehr optimistisch" geplant gewesen sei. Er wird seinen Haushalt also weiter anpassen müssen.

Zugleich gab sich Putin zuversichtlich. Er sei sich sicher, dass die russische Wirtschaft bald auf den Wachstumspfad zurückkehre, da der Höhepunkt der Krise überwunden sei. Doch das scheint Wunschdenken zu sein.

Russlands Wirtschaft ist abhängig vom Ölpreis. In London hatte dieser kurz vor Weihnachten den niedrigsten Stand seit 2004 erreicht. Für den russischen Staat ist der Verkauf von Öl und Gas die wichtigste Einnahmequelle. Daher geht die russische Zentralbank von einem Rückgang des Bruttoinlandsprodukts (BIP) um mehr als zwei Prozent 2016 aus, falls der Ölpreis auf dem derzeitigen niedrigen Niveau verharrt. Für 2015 rechnet die Zentralbank mit einem Schrumpfen der Wirtschaftsleistung um 3,7 Prozent.

Die Schwäche des Erdölpreises reißt auch die Währungen in die Tiefe. Der Rubel verlor am Montag weiter an Boden und fiel zum Dollar auf den tiefsten Stand des Jahres. Er hielt sich nur hauchdünn über dem Allzeittief, das er während der Währungsturbulenzen im Dezember 2014 erreicht hatte. Und alles sieht danach aus, als würde dieser Trend anhalten.

Wie heißt es doch: Schlimmer geht’s immer.

Mit Material von AP und DPA

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