WIRTSCHAFT
28/12/2015 08:11 CET | Aktualisiert 30/12/2015 04:11 CET

11 Zigarettenmarken vor dem Aus - wegen neuer EU-Richtlinie

Die Welt der deutschen Raucher wird sich im Jahr 2016 für immer verändern: Große Teile der Zigarettenpäckchen sind ab Mai mit Schockbildern und Warnhinweisen bedruckt. Denn dann wird die neue Tabakrichtlinie der EU-Kommission zu deutschem Recht.

Eine große Umstellung für die Tabakindustrie, die mit hohen Kosten verbunden sein wird. "Es gibt Nischenmarken, bei denen die Umstellung im Verhältnis zum Marktanteil einfach zu teuer sein wird", sagte Ralf Wittenberg, Vorstandsvorsitzender von British American Tobacco, der "Welt".

Doch bei welchen Marken werden bald die letzten Zigaretten ausgedrückt? Welche Marken können die Deutschen weiterhin rauchen? Die "Welt" hat es erhoben. Ein Überblick:

British American Tobacco

British American Tobacco ist das zweitgrößte privatwirtschaftliche Tabakunternehmen der Welt und bekannt für Marken wie "Lucky Strike" und "HB". In Deutschland bietet der Konzern 16 Zigarettenmarken an. Noch.

Denn viele Marken haben nur noch einen Marktanteil von weniger als einem Prozent. Eine Umstellung lohnt sich nicht mehr. Von den 16 Marken "werden am Ende sechs übrig bleiben", sagt BAT-Chef Ralf Wittenberg der "Welt".

In den nächsten 18 Monaten sollen demnach fünf Marken fix verschwinden:

  • "Golden American"
  • "Winfield"
  • "Peer 100"
  • "Lux"
  • "Krone"

Eine Entscheidung über die Traditionsmarken wie "Prince Denmark", "HB" oder "Lord" steht nach Angaben von Wittenberg noch aus.

Reemtsma

Der Hamburger Zigarettenkonzern Reemtsma ist die Nummer zwei auf dem deutschen Tabakmarkt. Mit dem Mutterkonzern Imperial Tobacco bietet man weltweit 72 Zigarettenmarken an. Darunter auch "Gauloises" und "West".

Nun wird das Zigarettenangebot überarbeitet. "Derzeit befinden sich bei Reemtsma Deutschland fünf Marken in der Migration", sagte Manager Christian Cordes der "Welt". "Migration" bedeutet hier nichts anderes, als den schleichenden Abschied einer Marke.

Fünf Marken sollen so letztlich aus den deutschen Ladenregalen verschwinden:

  • "Route 66"
  • "Fairwind"
  • "Eckstein"
  • "Juno ohne Filter"
  • "Salem"

Japan Tobacco International

Von der Nummer vier am deutschen Tabakmarkt, Japan Tobacco International, kommen Marken wie "Camel" und "Winston". Und auch hier gibt es aufgrund der EU-Richtlinie Veränderungen.

  • Menthol-Produkte werden langfristig aufgegeben.
  • "Reyno" - die Marke verschwindet komplett.

"Reyno" wurde vor allem durch Helmut Schmidt bekannt. Der Altkanzler hat täglich 40 Zigaretten der Marke geraucht. Aus Angst, dass er sie aufgrund eines EU-Verbots zu Lebzeiten nicht mehr kaufen kann, soll er 200 Stangen davon gehortet haben.

Philip Morris

Der Marlboro-Hersteller Philip Morris ist der Marktführer in Deutschland und vertreibt aktuell zehn Marken. Das Angebot wird nach eigenen Angaben regelmäßig überprüft.

  • Änderungen wegen der EU-Richtlinie gibt es aktuell nicht.

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