POLITIK
28/12/2015 03:47 CET | Aktualisiert 28/12/2015 06:05 CET

Historiker Michael Borgolte schlägt gesetzlichen Feiertag für Muslime vor

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Es ist ein Vorschlag, der für heftige Diskussionen sorgen dürfte: Der Berliner Historiker Michael Borgolte hat angeregt, einen gesetzlichen Feiertag für Muslime in Deutschland einzuführen.

"Ich könnte mir vorstellen, dass man, wenn der Anspruch der muslimischen Mitbürger auf Partizipation zunimmt, etwa das muslimische Zuckerfest als gesetzlichen Feiertag einführt", sagte Borgolte der "Rheinischen Post".

In Deutschland gibt es panische Angst vor dem Verlust der Kultur

Das würde das Bewusstsein der Deutschen sehr grundsätzlich ändern, da dann neben politische und christliche Feiertage muslimische träten, fügte er hinzu. "Das ist natürlich reine Spekulation, aber ohne Änderung unseres Lebensstils wird es nicht gehen."

Borgolte lehrt an der Berliner Humboldt-Universität mittelalterliche Geschichte und gilt als Experte für die Zeit der Völkerwanderung. Seiner Meinung nach wird dieser Begriff in diesen Tagen falsch verwendet - was an den "falschen Voraussetzungen" liege, sagte er.

"In Deutschland gibt es die panische Angst vor dem Verlust von Kultur und Selbstbestimmung und davor, einen Prozess nicht mehr administrativ beherrschen zu können", sagte Borgolte dem Blatt. "Da erscheint der Nationalstaat vielen als Sicherung gegen das Chaos. Dabei war die Völkerwanderung größtenteils gar kein chaotischer Vorgang."

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