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28/12/2015 10:30 CET | Aktualisiert 28/12/2015 12:39 CET

Böller-Verbot in NRW: Flüchtlinge dürfen an Silvester kein Feuerwerk zünden

dpa

Flüchtlinge in Nordrhein-Westfalen dürfen zum Jahreswechsel keine Feuerwerke zünden. Das hat die Bezirksregierung Arnsberg (Sauerland) vor dem Verkaufsstart von Raketen und Knallkörpern mitgeteilt.

"Wir weisen die Bewohner unserer Unterkünfte in mehreren Sprachen darauf hin, dass sie aus Sicherheitsgründen nicht knallen dürfen und daher erst gar keine Böller kaufen sollten", sagte Sprecher Christoph Söbbeler am Montag.

Das könnte Traumata neu aufbrechen lassen

In den Flüchtlingsheimen hingen auch Plakate, die das Verbot verdeutlichten. Neben der erhöhten Brandgefahr in Leichtbauhallen und anderen Unterkünften wolle man auch Rücksicht nehmen auf Menschen, für die Knallgeräusche eine psychische Extrembelastung darstellten.

"Wer aus einem Kriegsgebiet kommt, verbindet Knallerei eher mit Schüssen und Bomben als mit Silvesterraketen. Das könnte die Traumata der Leute neu aufbrechen lassen", sagte Söbbeler.

Das Ganze ist bewusst im Hellen geplant

Wie man mit dem heiklen Thema auch umgehen kann, zeigt die unterfränkische Gemeinde Reichenberg. Dort soll es zwei Tage vor dem Jahreswechsel ein Probefeuerwerk für Flüchtlinge geben.

Den Menschen die Ängste nehmen und sie frühzeitig darauf vorbereiten, was sie in der Silvesternacht erwartet - das ist nach Angaben des Landratsamtes Würzburg die Idee der Aktion "Reichenberger Lichterzauber".

"Es soll eine reine Informationsveranstaltung werden ohne Showeffekt. Deshalb ist sie ganz bewusst noch im Hellen geplant", sagte am Montag eine Behördensprecherin. Die Gemeinde will außerdem mit mehrsprachigen Infoblättern über den Silvester-Brauch aufklären.

Mit Material von dpa

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