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27/12/2015 07:41 CET | Aktualisiert 27/12/2015 08:07 CET

Nach diesem Erlebnis in der Klinik glaubt ein Arzt an Engel

Erlebnis in der Klinik: Ein Arzt erklärt, warum er an Engel glaubt
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Erlebnis in der Klinik: Ein Arzt erklärt, warum er an Engel glaubt

Der Gedanke, dass es Engel geben könnte, ist tröstlich. Rätselhafte Gestalten, die über die Menschen wachen. Sie schützen, sie leiten, ihnen helfen. Viele tun es als Aberglauben ab. Denn eine solche Idee passt nicht in die moderne, fortschrittliche Welt.

Auch der Arzt Max Pemberton aus London dachte so. Bis ihn ein Erlebnis in der Klinik ins Grübeln brachte. Kann es sein? Gibt es sie doch? Und finden wir sie am Ende dort, wo wir sie nie vermuten würden? In der "Daily Mail" schreibt Pemberton über seine unvergessliche Erfahrung.

Alles begann in dem Moment, als ein junger Obdachloser zur Tür hereinkam. Er war erst 22 und hatte eine Lungenentzündung. Der Arzt wusste: Wenn er noch weiter in der Kälte bleiben würde, wäre es das Ende. Also schrieb er ihm die Adresse einer Notunterkunft auf, damit er dort die Nacht verbringen konnte.

Er bat den jungen Mann, am nächsten Tag wiederzukommen, damit er ihm helfen konnte, eine dauerhafte Bleibe zu finden. Doch der Obdachlose kam nicht wieder. Nicht am nächsten Tag, nicht am übernächsten und auch nicht danach.

Pemperton hatte die Hoffnung schon aufgeben. Er glaubte, dass der junge Mann tot war.

Doch eines Tages stand er wieder in der Tür und hatte eine unglaubliche Geschichte mitgebracht. Eine Geschichte, die in dem Arzt den Glauben an Engel geweckt hat.

Was Pemberton nicht wusste: Der Obdachlose konnte nicht lesen. Deshalb wusste er nicht, wie er die Unterkunft finden sollte. Stundenlang irrte er durch die Kälte.

Bis er, entkräftet und verwirrt, eine Frau ansprach. "Sie lief vorbei, trug schwer an ihren Einkaufstüten, als diese zerlumpte Gestalt mit den aufgerissenen Augen aus der Dunkelheit erschien und sie fragte, wo die Obdachlosenunterkunft ist", schreibt Pemberton.

Und fragt: "Wie hätten Sie reagiert? Ich denke, viele von uns wären so schnell wie möglich weggelaufen, hätten ihn ignoriert, aus Angst, er könnte ein Dieb oder Betrunkener sein." Die Frau tat etwas ganz anderes: Sie lud diesen fremden Mann in ihr Zuhause ein, wo er die Nacht verbrachte.

Am nächsten Tag fand sie einen Ort, an dem er länger bleiben konnte: Er durfte im Andachtsraum einer Kirche schlafen, wenn er dafür ein paar kleine Arbeiten erledigte. Die Mitglieder der Gemeinde empfingen ihn herzlich, sie fingen an, ihm das Lesen beizubringen und halfen ihm, Arbeit bei einem Markstand für Obst und Gemüse zu finden.

Für Pemberton ist die Frau ein Engel. Vielleicht kein übernatürlicher, aber deshalb nicht weniger wertvoll. "Sie hat in die Menschlichkeit vertraut und hat etwas riskiert, wenn andere sich abgewendet hätten", schreibt er. "Sie hat sich für die Güte entschieden, nicht für die Angst. Dank ihr denke ich, dass es da draußen vielleicht doch Engel gibt."

Eigentlich ist dieser Gedanke viel schöner als der, dass es mystische Wesen geben könnte. Denn wenn Engel menschlich sind, bedeutet das: In jedem von uns steckt das Potential, die Dinge zu verändern. Dazu braucht es keine übersinnlichen Fähigkeiten, keinen himmlischen Auftrag. Nur den Willen, Gutes zu tun.

So wie die beiden Polizisten aus Bochum, die einer bestohlenen Rentnerin den Einkauf bezahlt haben. So wie die Helfer einer Flüchtlingsunterkunft in Niedersachsen, die Kleidung und Lebensmittel sammeln und die Flüchtlinge betreuen. So wie die Menschen, die Obdachlosen in Offenburg Schals und Mützen stricken und sie dort an Bäume hängen.

Es gibt soviel Gutes auf der Welt, wir müssen es nur sehen. Auch jetzt, da Weihnachten vorbei ist. Denn Hoffnung wärmt das ganze Jahr.


Sie wollte einem Obdachlosen eine Jacke geben, doch sie wurde angeschrien. Dann hatte sie eine brillante Idee


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