POLITIK
26/12/2015 08:43 CET | Aktualisiert 26/12/2015 11:57 CET

Ex-KGB-Agent sicher: Putin ordnete Absturz des Metrojet-Airbus an

dpa
Ex-KGB-Agent sicher: Putin ordnete Absturz des Metrojet-Airbus an

Warum der russische Metrojet-Airbus über dem Sinai abstürzte? Nach Ansicht amerikanischer und britischer Geheimdienste ist es am wahrscheinlichsten, dass eine Bombe der Terrormiliz Islamischer (IS) Staat die 224 Menschen an Bord tötete. Auch der russische Präsident Wladimir Putin schloss sich diesen Vermutungen nach langem Zögern an.

Bei dem Absturz der Touristenmaschine in Ägypten kamen Anfang November 224 Menschen um. Die Terrormiliz Islamischer Staat bekannte sich zu dem Anschlag.

Allerdings: Bei der Untersuchung der Absturzursache konnten ägyptische Experten keine Hinweise auf einen Terroranschlag entdecken. Viele Beobachter hat das nicht verwundert, denn nach dem Absturz gab es heftige Kritik an den Sicherheitskontrollen an den ägyptischen Flughäfen. Hätten die Behörden bestätigen müssen, dass Terroristen am Werk waren, hätte das ein extrem schlechtes Licht auf ihre Arbeit geworfen. Und letztlich sogar den Präsidenten des Landes in Bedrängnis gebracht.

"Putin brauchte Grund für Eingreifen in Syrien"

Jetzt gibt es aber eine neue Theorie, wie es zu dem Absturz gekommen sein könnte. Die britische Tageszeitung "Daily Mail" hat einen ehemaligen KGB-Agenten in England aufgestöbert, Boris Karpichkov sein Name, der etwas geradezu Unglaubliches behauptet. Nämlich, dass Wladimir Putin selbst für den Absturz verantwortlich sei.

Die Gründe, die er für Putins angebliches Eingreifen anführt, klingen zunächst logisch: Der Staatschef habe dringend nach einem Grund gesucht, noch stärker in den Syrienkonflikt eingreifen zu können. Seit Wochen unterstützt Putin den syrischen Diktator Baschar al-Assad, indem russische Kampfflieger Rebellen und Islamisten bombardieren.

Informationen aus dem Herzen des Geheimdienstes

Der zweite Grund, den Karpichkov anführt: Nachdem Putin wegen seiner Ukraine-Politik zu einer Art politischem Paria geworden sei, habe er nach einem Anlass gesucht, andere Staaten auf die Seite Russlands zu ziehen. Und tatsächlich: Nach dem Metrojet-Absturz erklärten unter anderem Großbritannien, Frankreich und Deutschland ihre Solidarität mit Russland.

Laut "Daily Mail" besitzt Karpichkov Informationen von einer Quelle innerhalb des russischen Geheimdienstes. Die sagt, dass es kurz vor dem Absturz der russischen Maschine Überlegungen im Kreml gegeben habe, wie der Einfluss Russlands in Syrien wiederhergestellt werden könne - und wie man die Staaten der Welt dazu bringen könne, das militärische Eingreifen Russland in Syrien "wenigstens zu tolerieren".

Karpichkov kam vor rund zehn Jahren nach Großbritannien, nachdem er sich mit seinem alten Arbeitgeber über Geldzahlungen zerstritten hatte. Er reiste mit gefälschten Pässen nach England. Der ehemalige KGB-Agent behauptet, dass er immer noch Kontakte zu den wichtigsten Offiziellen im russischen Geheimdienst unterhält.

Was ist von der Theorie zu halten?

Laut Karpichkov schmuggelte ein russischer Agent - und nicht ein Terrorist - die Bombe in den Metrojet-Airbus - und zwar im Handgepäck einer Frau, die er im Urlaubsort Sharm el Sheikh kennengelernt hatte.

Was ist nun von der Theorie zu halten, dass Putin die Sprengung Flugzeug anordnete? Erst einmal klingt sie wie ein Plot aus einem James-Bond-Film. Gegenüber der "Daily Mail" tun russische Offizielle die Behauptungen von Karpichkov als "Schmutzkampagne" ab. Und tatsächlich klingt sie etwas zu wild, um wahr zu sein. Andererseits würden nicht nur viele Russen ihrem Präsidenten - der als erbarmungsloser Machtmensch bekannt ist - eine solche Aktion zutrauen.

Ob Karpichkov Behauptungen stimmen oder nicht, wird sich wohl erst nach einer unabhängigen Untersuchung des Flugzeugwracks klären lassen.

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