WIRTSCHAFT
26/12/2015 05:06 CET | Aktualisiert 26/12/2015 05:11 CET

Hans-Werner Sinn sagt Deutschland ein goldenes Jahr 2016 voraus

dpa
Die deutsche Wirtschaft boomt

Ifo-Präsident Hans-Werner Sinn blickt optimistisch ins nächste Jahr - zumindest, was Deutschland angeht. In Deutschland verschaffen zum Einen die zusätzlichen Staatsausgaben von 21 Milliarden Euro für die Flüchtlinge der Konjunktur Rückenwind. Gleichzeitig werde die Bundesregierung vor den nächsten Wahlen die Steuern kaum erhöhen.

Das treibt die Konjunktur an: Das Ifo-Institut rechnet mit einem Anstieg des deutschen Wirtschaftswachstums auf 1,9 Prozent im Jahr 2016 und ist damit noch optimistischer als andere Institute oder die Bundesbank.

Der niedrige Ölpreis und der schwache Euro seien weitere wichtige Treiber, sagte Sinn. Beides kurble die Nachfrage nach heimischen Gütern an, "und die geringe Arbeitslosigkeit und die höheren Löhne tragen weiter zum guten Konsumklima in Deutschland bei".

Ein weiterer Grund für den positiven Ausblick: Die Exportindustrie erwarte mehr Aufträge zum Beispiel aus den USA, wo die Wirtschaft boomt. "Und ein Treiber ist auch der seit 2010 andauernde Bauboom in Deutschland: Wegen der niedrigen Zinsen geht die Flucht in das Betongold weiter."

Sinn sieht aber auch Risiken für die Wirtschaft:

1. Frankreich und die südeuropäischen Länder verschleppten überfällige Strukturreformen, mit Rückendeckung durch die Europäische Zentralbank, warnt er. "Die politischen Unwägbarkeiten sind groß in Europa. Da liegt das eigentliche Risiko."

"Europa funktioniert unter dem Euro nicht. Frankreich und Südeuropa stecken in einer chronischen Krise, die Massenarbeitslosigkeit führt zu politischer Radikalisierung, und das gefährdet den Zusammenhalt Europas."

2. In Deutschland könne künftig der Schuldenberg zum Problem werden. Der sei mit gut 70 Prozent der jährlichen Wirtschaftsleistung viel zu hoch, "und dazu kommt das demografische Problem: Die Babyboomer wollen in 15 Jahren Rente haben von Kindern, die sie nicht haben", sagte Sinn.

3. Auch ein noch stärkerer Einbruch der chinesischen Wirtschaft, sieht Sinn mit Sorge. Die Auswirkungen auf die Weltwirtschaft wären fatal - und besonders deutsche Unternehmen, die mit ihren Maschinen das Rückgrat des chinesischen Wirtschaftswunders sind, könnten leiden.

Mit Material der dpa

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