POLITIK
26/12/2015 13:51 CET | Aktualisiert 26/12/2015 14:19 CET

Fatwa erlaubt IS-Terroristen, lebenden Gefangenen Organe zu entnehmen

Geistliche der Terrorgruppe Islamischer Staat (IS) haben offenbar erlaubt, lebenden Gefangenen Organe zu entnehmen, um Muslime zu retten.

Das jedenfalls geht aus einem Dokument hervor, das die Nachrichtenagentur Reuters veröffentlicht hat. Es handelt sich dabei um eine von den US-Behörden angefertigte Übersetzung eines Papiers vom 31. Januar 2015. US-Spezialkräfte haben das Original nach offiziellen Angaben bei einer Razzia in Ostsyrien im Mai gefunden. Eine unabhängige Überprüfung des Papiers ist derzeit nicht möglich.

Fatwa Nummer 68

Genauer soll es sich um ein religiöses Gutachten, eine sogenannte Fatwa, des Forschungs- und Fatwa-Komitees des Islamischen Staates mit der Nummer 68 handeln. Es erlaubt die Organentnahme von „Abtrünnigen“, auch wenn diese dadurch sterben. Die Organentnahme werde unter anderem dadurch legitimiert, dass auch Kannibalismus in Extremsituationen gestattet sei.

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Was genau unter Abtrünnigen oder Apostaten zu verstehen ist, ist nicht erklärt. Denkbar ist, dass darunter einerseits alle Menschen zu verstehen sind, die sich dem Terror des Islamischen Staates nicht anschließen wollen. Oder alle Angehörigen anderer Religionsgruppen sein, also Jesiden, Christen und Schiiten.

UN wurden bereits mit Gerüchten konfrontiert

Gerüchte über einen angeblichen Organhandel, den der IS betreibe, gibt es schon lange. Im Februar hatte der irakische Botschafter Mohammed Al-Hakim den UN-Sicherheitsrat aufgefordert, den Tod von zwölf Ärzten im irakischen Mossul zu untersuchen. Nach Al-Hakims Aussage haben diese sich geweigert, Leichen Organe zu entnehmen

Der Botschafter teilte damals mit, die irakische Regierung habe Massengräber mit Leichen entdeckt, denen Organe entnommen worden waren.

Bislang gelten die Vorwürfe nicht als bewiesen. Um mit Organhandel Geld zu verdienen, wäre eine ausgeklügelte Logistik notwendig, um die Organe schnell und unversehrt zum mächtigen oder zahlungskräftigen Empfänger zu bringen. Es ist unklar, ob der IS das leisten kann.

Die veröffentlichte Fatwa jedenfalls enthält keine Hinweise darauf, dass mit den Organen auch gehandelt werden darf.

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