NACHRICHTEN
25/12/2015 13:42 CET | Aktualisiert 26/12/2015 07:16 CET

Gewerkschaft warnt nach Polizisten-Mord von Herborn: "Gewalt ist hemmungslos geworden"

Gewerkschaft warnt nach Polizisten-Mord von Herborn: "Gewalt ist hemmungslos geworden"
dpa
Gewerkschaft warnt nach Polizisten-Mord von Herborn: "Gewalt ist hemmungslos geworden"

Die Deutsche Polizeigewerkschaft (DPol) beklagt die "hemmungslose Gewalt" gegen Repräsentanten des Staates. Im Gespräch mit "Focus Online" sagte der Vorsitzende Rainer Wendt, nicht nur die Polizei, sondern auch Angestellte bei Gericht oder in Jobcentern seien in "Besorgnis erregendem" Maß Angriffen ausgesetzt.

Immer wieder gebe es heftige Angriffe auf Polizisten im Streifendienst, sagte Wendt außerdem in Berlin. Mehr als 80 Prozent solcher Attacken geschähen in Alltagssituationen wie etwa bei Personenkontrollen oder Nachbarschaftsstreitigkeiten.

"Davor kann man sich kaum schützen, selbst wenn alle Maßnahmen zur Eigensicherung beachtet wurden, bleibt ein hohes Restrisiko", erklärte Wendt und forderte mehr Einsatztrainings sowie die beste Schutzausstattung. Der Bundesvorsitzende befürchtet, dass Beamte angesichts solcher Taten misstrauischer und vorsichtiger würden. Damit könne Bürgernähe verloren gehen.

Am Donnerstagabend war im hessischen Herborn ein Polizist bei einer Fahrkartenkontrolle ermordet worden. Der Zugbegleiter eines Regionalexpresses hatte die Beamten zu Hilfe gerufen, als sich ein 27-Jähriger einer Kontrolle widersetzte. Als die Polizisten den im Bahnhof stehenden Zug betraten, griff sie der Mann an. Er hatte zum Zeitpunkt der Tat rund 1,5 Promille Alkohol im Blut und stand wegen Gewaltdelikten unter Bewährung.

Der 46-jährige Polizist erlitt sieben Stichverletzungen. Davon sei eine im Hals-Schulter-Bereich des 46-Jährigen tödlich gewesen, sagte am Freitag der Staatsanwalt Dominik Mies von der Wetzlarer Außenstelle der Limburger Staatsanwaltschaft. Dies gehe aus dem Obduktionsbericht hervor.

Ein weitere Beamter im Alter von 47 Jahren wurde ebenfalls verletzt. Er ist inzwischen laut Staatsanwalt außer Lebensgefahr.

Der mutmaßliche Täter wurde angeschossen, gegen ihn erging Haftbefehl wegen Mordverdachts. Die Auswertung einer Überwachungskamera habe ergeben, dass der schwer verletzte Beamte keine Schüsse abgegeben habe, sagte Mies. Dies legt die Vermutung nahe, dass der getötete Polizist auf den Angreifer geschossen hat.

Lesenswert:

Auch auf HuffPost:

Reingefallen!: So genial überlisteten Polizisten Flüchtlingsgegner im sächsischen Meerane

Ihr habt auch ein spannendes Thema?

Die Huffington Post ist eine Debattenplattform für alle Perspektiven. Wenn ihr die Diskussion zu politischen oder gesellschaftlichen Themen vorantreiben wollt, schickt eure Idee an unser Blogteam unter

blog@huffingtonpost.de.