POLITIK
25/12/2015 09:57 CET | Aktualisiert 26/12/2015 07:20 CET

Belgischer Atomreaktor Doel 3 nur 4 Tage nach Wieder-Inbetriebnahme vom Netz genommen

Die Reaktoren Doel 1 und 2 in Belgien
dpa
Die Reaktoren Doel 1 und 2 in Belgien

Ein höchst umstrittener belgischer Atomreaktor musste nur vier Tage nach der Wieder-Inbetriebnahme vom Netz genommen werden. Am konventionellen - also im nicht-nuklearen - Teil von Doel 3 wurde ein Leck an einer Heißwasserleitung eines Generators entdeckt, teilte der Betreiber Electrabel am Freitag mit. Heruntergefahren wurde der Reaktor jedoch nicht.

Für die Sicherheit stelle der Defekt keinerlei Gefahr dar, betonte eine Sprecherin von Electrabel. Schon in wenigen Tagen soll der Reaktor wieder ans Netz gehen. Die Atomaufsicht hatte eine Verlängerung der Laufzeit des Reaktors bis 2025 gebilligt. Ursprünglich sollte er im laufenden Jahr komplett stillgelegt werden.

Das Kraftwerk liegt bei Antwerpen. Bis zur deutschen Grenze sind es etwa 150 Kilometer.

Der Reaktor war wegen Sicherheitsbedenken mehr als eineinhalb Jahre abgeschaltet gewesen, nachdem Haarrisse am Reaktorbehälter entdeckt wurden. Nach einer Überprüfung teilte die Atomaufsichtsbehörde AFCN jüngst aber mit, dass das Problem keine Gefahr für die Sicherheit des Reaktors darstelle. Er wurde erst am 21. Dezember wieder hochgefahren.

In Deutschland wird der Betrieb von Doel 3 und des baugleichen Reaktors Tihange 2 sehr kritisch gesehen, - von Umweltschützern, aber auch von der Bundesregierung. Tihange liegt nur etwa 70 Kilometer von Aachen in Nordrhein-Westfalen entfernt.

"Wir sind besorgt, ob die erforderliche Reaktorsicherheit dieser Anlagen in vollem Umfang gewährleistet ist", schrieb Bundesumweltministerin Barbara Hendricks (SPD) erst am Heiligabend auf ihrer Facebook-Seite. Nach Angaben der Bundesumweltministerin Hendricks wird Deutschland seine Bedenken Anfang Januar auch bei einem Gespräch mit der belgischen Atomaufsicht äußern.

Meine Haltung zum Betrieb der grenznahen Atomkraftwerke Tihange und Doel ist völlig klar: Es liegt nicht in der Gewalt...

Posted by Barbara Hendricks on Donnerstag, 24. Dezember 2015

Dem Post Hendricks vorausgegangen war eine hitzige Diskussion auf Facebook. Die User forderten Hendricks auf, etwas zu unternehmen - aus Angst, dass der Reaktor letztlich die Sicherheit in Deutschland gefährdet.

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