POLITIK
25/12/2015 16:19 CET | Aktualisiert 26/12/2015 02:29 CET

Abkommen mit dem IS nährt Hoffnung auf Fortschritte in Syrien - Tausende Kämpfer verlassen Damasakus

Die Syrisch-Arabische Armee in Damaskus
dpa
Die Syrisch-Arabische Armee in Damaskus

Es ist ein bisher einzigartiges Abkommen: Wie die Syrische Beobachtungsstelle für Menschenrechte am Freitag meldet, haben sich das syrische Regime und die Terrormiliz Islamischer Staat (IS) zum ersten Mal auf ein Abkommen geeinigt.

Darum geht es im Abkommen:

  • Die von den Vereinten Nationen vermittelte Einigung sieht vor, dass die Kämpfer und ihre Familien Viertel am Rand der Hauptstadt Damaskus verlassen. Die dem Regime nahestehende libanesische Nachrichtenseite Al-Mayadeen meldete, insgesamt würden mehr als 3500 Bewaffnete und Zivilisten abziehen. Darunter seien auch Kämpfer der Nusra-Front, des syrischen Ablegers des Terrornetzwerkes Al-Kaida.
  • Die Extremisten werden mit Bussen in Gebiete unter ihrer Kontrolle gebracht, unter anderem in die IS-Hochburg Al-Rakka.
  • Sie hätten zugestimmt, vorher Waffen und Militärfahrzeuge zu zerstören.

Das ist der Sinn der Aktion: Das Abkommen solle die IS-Präsenz in Damaskus beenden, so die Beobachtungsstelle. Die Extremisten hatten von den Stadtvierteln Al-Hadschar al-Aswad und Al-Kadam aus das benachbarte palästinensische Flüchtlingslager Jarmuk angegriffen.

Die Aktion ist eine von mehreren Operationen im Kampf gegen radikale Islamisten in den vergangenen Tagen.

  • Das Verteidigungsministerium in Moskau teilte mit, im Kampf gegen die Terrorgruppe Islamischer Staat (IS) habe die russische Luftwaffe in der vergangenen Woche fast 40 Ölanlagen sowie mehrere Tanklaster des IS zerstört. Der Handel mit gestohlenem Öl gilt als eine der Haupteinnahmequellen der Terroristen in Syrien und im Irak. Insgesamt hätten russische Kampfjets seit Beginn der Intervention am 30. September mehr als 5200 Angriffe geflogen, hieß es.
  • Einer der wichtigsten Anführer radikal-islamischer Rebellen in Syrien ist laut Aktivisten bei einem russischen Luftangriff getötet worden. Sahran Allusch war Chef der Miliz Dschaisch al-Islam, die im Dezember auch an der Einigungskonferenz der syrischen Opposition in Riad teilgenommen hatte. Medienberichten zufolge wurde die Gruppe längere Zeit mit Millionenbeträgen aus Saudi-Arabien unterstützt.
  • Neben dem 44-jährigen Allusch seien fünf weitere Anführer getötet worden. Sie hätten einen Angriff auf Regimetruppen und mit ihnen verbündete Kämpfer der libanesischen Schiiten-Miliz Hisbollah geplant.

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