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24/12/2015 04:57 CET | Aktualisiert 24/12/2015 04:58 CET

Michael Schumacher: Vor zwei Jahren veränderte ein Ski-Unfall alles

dpa
Michael Schumacher beendete seine Formel-1-Karriere bei Mercedes. Im Winter 2014 verunglückte er im Ski-Urlaub schwer.

Es geschah vor ziemlich genau zwei Jahren: Michael Schumacher (46) verunglückte am 29. Dezember 2013 im Skiurlaub in Frankreich schwer. Die Fans sind immer noch erschüttert und bangen um die deutsche Formel-1-Legende.

Sieben Mal wurde Michael Schumacher in der Formel 1 Weltmeister, fuhr für Benetton und Ferrari. 2010 beendete er seine aktive Karriere bei Mercedes endgültig. Dabei hatte er schwere Unfälle wie in Imola (1995) oder beim Großen Preis von Australien (2001) unverletzt überstanden. Und dann kam dieser Sonntag, der 29. Dezember 2013.

Seine Managerin Sabine Kehm bestätigt an diesem Tag erste Medienberichte: "Michael ist bei einem privaten Skitrip in den französischen Alpen auf den Kopf gestürzt. Er wurde ins Krankenhaus gebracht und wird medizinisch professionell versorgt."

Was war passiert?

Der Unfallhergang im Skigebiet oberhalb von Méribel wurde von den Behörden untersucht. Ihr Ergebnis: Michael Schumacher ist an jenem Sonntagvormittag nur wenige Meter neben der markierten Piste gefahren und hatte auch kein zu hohes Tempo.

"Die Geschwindigkeit kann nicht in Kilometern pro Stunde angegeben werden. Schumacher ist ein sehr guter Skifahrer, er hat sich ganz normal in dieser Art von Gelände verhalten und mit kleinen Schwüngen nacheinander sein Tempo kontrolliert", erklärte Stephane Bozon, Kommandant der Gebirgsgendarmerie Savoyen.

Auch mithilfe der Aufnahmen, die Schumacher mit der Helmkamera selbst gemacht hat, wurde das Geschehen rekonstruiert. Die Familie hatte diese den Untersuchungsbehörden freiwillig übergeben.

Trotzdem verlor Schumacher wohl in einem eher flacheren Neuschnee-Bereich die Kontrolle und krachte gegen einen Felsen, wie Medien damals berichteten. Sein Sohn musste damals alles mitansehen.

Am 17. Februar wurden die Ermittlungen zum Skiunfall von Michael Schumacher offiziell eingestellt. Es gebe der Staatsanwaltschaft zufolge keine Hinweise auf ein Fremdverschulden.

Wie ging es Schumacher nach dem Unfall?

Bereits Minuten nach dem Unfall versorgten Bergretter Schumacher. Er war ansprechbar, aber verwirrt. Sein Helm soll bei dem Aufschlag kaputt gegangen sein.

Der Rettungshubschrauber brachte Schumacher von Méribel ins Krankenhaus nach Môutiers, später wurde er ins Universitätskrankenhaus von Grenoble gebracht.

Dort wurde Schumacher sofort notoperiert. Er hatte ein Kopftrauma mit weit verbreiteten Verletzungen im Gehirn.

Am nächsten Tag wurde Schumacher ein zweites Mal operiert. Die Mediziner hatten die Situation nach eigener Aussage nun "etwas besser unter Kontrolle". Schumacher blieb aber in Lebensgefahr.

Schumacher lag im Koma - bis wann?

Michael Schumacher wurde ab Ende Januar 2014 langsam aus dem künstlichen Koma geholt. "Michaels Narkosemittel werden seit kurzem reduziert, um ihn in einen Aufwachprozess zu überführen, der sehr lange dauern kann", erklärte Managerin Sabine Kehm am 30. Januar 2014.

Und tatsächlich: Erst am 4. April, 96 Tage nach dem Unfall, meldete Kehm: "Er zeigt Momente des Bewusstseins und des Erwachens." Der zweifache Familienvater mache "Fortschritte auf seinem Weg".

Wann begann Schumacher mit der Reha?

"Michael hat das CHU Grenoble verlassen, um seine lange Phase der Rehabilitation fortzusetzen. Er ist nicht mehr im Koma", erklärte Schumachers Managerin am 16. Juni. Später wurde bekannt, dass er in die Reha-Klinik in Lausanne verlegt wurde.

Die Meldung, dass Schumacher wieder daheim ist, erreichte die Fans erst am 9. September 2014. Von da an setzte er seine Reha in seiner Villa am Genfer See fort.

Welche Reaktionen gab es zu dem Schumacher Unfall?

Die Betroffenheit nach Schumachers Unfall war groß. Noch am Unfalltag kamen unzählige Genesungswünsche. "Ich bete für dich, mein Bruder!", schrieb Felipe Massa, einst Schumachers Teamkollege bei Ferrari: "Gott segne dich, Michael."

Auch Bundeskanzlerin Angela Merkel zeigte sich betroffen. "Wie Millionen von Deutschen waren auch die Bundeskanzlerin und die Mitglieder der Bundesregierung außerordentlich bestürzt, als sie von Michael Schumachers schwerem Skiunfall erfahren haben", sagte Regierungssprecher Steffen Seibert in Berlin.

Als Schumacher am 3. Januar 2014 seinen 45. Geburtstag hat, kamen mehr als 100 Ferrari-Fans nach Grenoble und huldigten ihrem ehemaligen Piloten. "Wir sind überwältigt!", teilte die Familie am Abend mit.

Einige von Schumachers Weggefährten aus der Formel 1 wie Jean Todt, einstiger Ferrari-Teamchef, haben ihn später daheim besucht. Andere - wie auch Flavio Briatore - wollen die Formel-1-Legende so in Erinnerung behalten, wie er vor dem Unfall war.

Wie geht Schumachers Familie mit der Situation seit dem Unfall um?

Corinna Schumacher (im Bild links) versucht zusammen mit Michaels Managerin Sabine Kehm (rechts) die Privatsphäre ihres Mannes und ihrer Familie zu schützen.

Bereits Anfang 2014 forderte Schumachers Frau die Medien auf, Ärzte und Familie in Ruhe zu lassen und das Krankenhaus zu verlassen.

Wenige Tage zuvor hatte Kehm berichtet, dass ein Journalist sich sogar als Priester verkleidet hatte, um Schumacher im Krankenhaus aufzusuchen.

Dann in der Reha der nächste Schock: Im Juni 2014 wurde Schumachers Krankenakte gestohlen. Der mutmaßliche Dieb - ein hochrangiger Mitarbeiter der Schweizerischen Rettungsflugwacht - wird am 6. August tot in seiner Zelle in Zürich gefunden. Tags zuvor war er festgenommen worden.

Im Sommer 2014 versuchte Corinna Schumacher die Veröffentlichung von Bildern zu untersagen. Sie scheiterte jedoch mit ihrer Klage gegen "taz" und "ZDF" .

Wie geht es ihm zwei Jahre danach?

Die "Bunte" berichtete Mitte Dezember 2015, Michael Schumacher könne wieder gehen. Doch seine Managerin dementierte dies.

Im November 2014 sagte Kehm jedoch, dass Schumacher Fortschritte mache, “die der Schwere seiner Verletzung angemessen sind” und mahnte Geduld an: “Man muss der Sache Zeit geben.” Einen seriösen Ausblick könne sie aber nicht geben. Das sei in dieser Situation nicht möglich.

Es bleibt also auch zwei Jahre nach dem Unfall wohl noch ein weiter Weg für Michael Schumacher.

Mit dpa-Material. Bilder von dpa (2) und Getty Images (1).

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