POLITIK
23/12/2015 17:19 CET | Aktualisiert 23/12/2015 17:20 CET

Zahlen zu Straftaten von Flüchtlingen gefälscht? Das sagt das BKA

dpa

Es waren harte Vorwürfe, die Tania Kambouri erhob. Sie ist jung, arbeitet als Polizistin - und sorgte mit ihrem Buch "Deutschland im Blaulicht" für Schlagzeilen. In einem Interview für die "Stuttgarter Zeitung" legte sie vor wenigen Tagen nochmal nach.

Darin behauptet sie: Das Bundeskriminalamt (BKA) fälscht die Zahlen zu Straftaten von Flüchtlingen. Ihre Erfahrung im Dienst stimme nicht mit den Angaben des BKA überein.

Eine ungeheuerliche Anschuldigung, die die Behörde nicht auf sich sitzen lassen wollte. "Die Aussage der Bochumer Polizeibeamtin, dass in der ersten Lageübersicht des BKA zur Kriminalität im Kontext von Zuwanderung 'etwas gefälscht oder beschönigt wurde', wird entschieden zurückgewiesen", sagte eine Sprecher der "Rheinischen Post".

Und weiter: Es gebe keinen überproportionalen Anstieg der Kriminalität durch Flüchtlinge. "Bestimmte Gruppen fallen kaum durch Kriminalität auf, etwa Flüchtlinge aus Syrien und dem Irak. Andere wiederum stärker, vor allem junge Männer beispielsweise aus Albanien oder dem Kosovo."

Kambouri behauptete aber:

"Ich könnte mir vorstellen, dass da etwas gefälscht oder beschönigt wurde, um keine Angst in der Bevölkerung zu schüren." Und weiter: "Nun ja, solche Zahlen über kriminelle Handlungen von Flüchtlingen sind politisch nicht gewollt. Ich denke auch, dass viele Beamte in führenden Positionen von der Politik gesteuert oder wenigstens beeinflusst werden. Denn wer die Wahrheit bei diesem Thema sagt, wird schnell in die Nazi-Ecke gestellt."

Eine Lösung nennt Kambouri aber auch - und das macht Hoffnung. Schon in den Kindergärten müsste viel stärker auf Integration gesetzt werden, fordert sie. Zum Beispiel durch frühen Deutschunterricht.

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