POLITIK
23/12/2015 14:09 CET | Aktualisiert 23/12/2015 18:30 CET

„Wir sind ein muslimisches Land" - Somalia verbietet Weihnachten. Weltweit mehr Attacken gegen Christen

MUSA AL-SHAER via Getty Images
Weihnachtsbaum in Bethlehem im Dezember 2015.

Es sind Nachrichten, die den Flüchtlingszustrom aus Afrika schon bald deutlich verstärken könnten. Auf dem schwarzen Kontinent hat die vielerorts ohnehin bereits massive Diskriminierung von Christen jüngst noch einmal massiv zugenommen.

Im muslimischen Somalia darf das Weihnachtsfest nicht mehr gefeiert werden. Die Regierung habe dies verboten und die Sicherheitskräfte angewiesen, Weihnachtsfeiern im ganzen Land zu unterbinden, sagte der Minister für religiöse Angelegenheiten, Sheikh Mohamed Kheyroow, am heutigen Mittwoch dem Staatssender Radio Mogadishu.

„Wir sind ein muslimisches Land und es gibt null Toleranz für solche unislamischen Feiern in unserem Land“, sagte der Minister. Es verletze die Religion, da Somalia zu 100 Prozent ein muslimisches Land sei.

In Kenia wurden gezielt Christen getötet

Das stimmt freilich nicht ganz: Neben der überwältigenden muslimischen Mehrheit leben im Land auch ein paar hundert Christen, die vor allem der der Äthiopisch-Orthodoxen Tewahedo-Kirche angehören. Das römisch-katholische Bistum Mogadischu löste sich dagegen bereits während des Bürgerkrieges bereits vor über zwei Jahrzehnten auf.

In Somalia verbreitet die Islamistenmiliz Al-Shabaab seit Jahren Furcht und Schrecken. Die Extremisten wollen dort einen Gottesstaat errichten.

Auch anderswo auf dem schwarzen Kontinent können nicht alle Menschen in den kommenden Tagen so unbeschwert Weihnachten feiern wie hierzulande. Aktuellen Schätzungen zufolge werden rund 100 Millionen Christen weltweit diskriminiert.

Das Christentum sei die am meisten verfolgte Religion, so der Präsident der katholischen Hilfsorganisation missio München, Wolfgang Huber. Auch im Süd-Sudan, Ägypten und Kenia gebe es Diskriminierungen. In dem zentralafrikanischen Staat töteten Terroristen der Al-Shabaab-Miliz im Mai 147 Menschen auf dem Campus der Universität im kenianischen Garissa, viele von ihnen, weil sie Christen waren.

"Wir leben in einem Zustand des ständigen Fürchtens"

"Wir leben in einem Zustand des ständigen Fürchtens, weil wir nicht wissen, wo Extremisten möglicherweise einen Anschlag planen", sagte am Mittwoch auch der Vorsitzende der Pakistanischen Bischofskonferenz, Erzbischof Joseph Coutts. Doch nicht nur muslimische Fanatiker verfolgen in vielen Ländern der Erde Menschen christlichen Glaubens. Auch im von mehrheitlich von Hindus bevölkerten Indien kommt es etwa immer wieder zu Angriffen.

Und selbst in Israel und Palästina häuften sich zuletzt Attacken auf Christen massiv. Auch in der biblischen Geburtsstadt Bethlehem gab es bereits Übergriffe auf Kirchen.

Mit Material von dpa

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