POLITIK
23/12/2015 21:44 CET | Aktualisiert 24/12/2015 09:16 CET

Flüchtlingsmädchen Reem darf in Deutschland bleiben

Für Reem scheint die Begegnung mit der Kanzlerin ein gutes Ende zu nehmen. Das 14-jährige palästinensische Flüchtlingsmädchen Reem Sahwil, das beim Bürgerdialog mit Angela Merkel (CDU) in Rostock in Tränen ausgebrochen war, darf in Deutschland bleiben. Wie die "Bild"-Zeitung aus der Rostocker Ausländerbehörde erfuhr, liegt ein Aufenthaltstitel nach Paragraph 25a des Aufenthaltsgesetzes ("gute Integration von Kindern und Jugendlichen") vor, der bis Oktober 2017 gültig ist.

Auch ihre Familie darf vorerst bleiben. Mit dem Aufenthaltstitel für Reem ist auch ein entsprechendes Aufenthaltsrecht nach Paragraph 25b des gleichen Gesetzes verbunden, so dass ihre Eltern und ihr Bruder ebenfalls bleiben können.

Die Familie ging bislang von einer befristeten Duldung bis März 2016 aus. Mecklenburg-Vorpommerns Innenminister Lorenz Caffier Sagte zu "Bild": "Ich bin zufrieden, dass der Aufenthaltsstatus von Reem geklärt ist. Die Zeit der Unsicherheit ist vorbei und sie kann hier bleiben."

Die Begegnung zwischen Reem und Merkel fand internationale Beachtung. Beim Bürgerdialog "Gut leben in Deutschland" in Rostock im Juli sprach die Kanzlerin vor 32 Schülern im Alter von 14 bis 17 Jahren. Dabei wurde sie direkt mit den Folgen der EU-Flüchtlingspolitik konfrontiert, als das Mikrofon an Reem weitergereicht wurde.

Reem erzählte der Kanzlerin von ihrem Schicksal. Dass sie und ihre Familie jüngst kurz vor der Abschiebung standen und dass sie seit Jahren den Rest ihrer im Libanon lebenden Familie nicht mehr gesehen hat. Dabei brach sie plötzlich in Tränen aus.

Merkel blieb direkt und ehrlich. "Du bist ein unheimlich sympathischer Mensch", sagt sie. Aber Reem wisse halt auch, dass in den palästinensischen Lagern im Libanon noch Abertausende Flüchtlinge säßen. Deutschland könne es nicht schaffen, allen Flüchtlingen im Nahen Osten oder in Afrika zuzurufen: "Ihr könnt alle kommen."

Aufgrund dieser Worte wurde ihr später vorgeworfen, "kaltherzig" zu sein.

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