POLITIK
23/12/2015 22:37 CET | Aktualisiert 24/12/2015 04:44 CET

Gauck lobt Flüchtlingshelfer in seiner Weihnachtsansprache

DPA
Bundespräsident Joachim Gauck während seiner Weihnachtsansprache

Die Flüchtlingskrise war das bestimmende Thema des Jahres 2015. Und sie wird auch im Mittelpunkt der Weihnachtsansprache von Bundespräsident Joachim Gauck stehen. Die Ansprache wird am ersten Weihnachtsfeiertag im ZDF und in der ARD ausgestrahlt. Sie ist bereits aufgezeichnet worden, der Redetext wurde vorab veröffentlicht.

Gauck ruft zu einem offenen Meinungsstreit über die Lösung der Flüchtlingskrise auf. Zugleich aber warnt er vor Hass und Gewalt. "Brandstiftung und Angriffe auf wehrlose Menschen verdienen unsere Verachtung und verdienen Bestrafung", sagt er. Eine offen geführte Debatte sei aber notwendig, um Lösungen zu finden, die langfristig Bestand haben und von einer Mehrheit getragen werden.

Der Streit über den Umgang mit der Flüchtlingskrise sei nicht falsch. "Der Meinungsstreit ist keine Störung des Zusammenlebens, sondern Teil der Demokratie", sagt Gauck. Er ist sich sicher, dass Deutschland die Flüchtlingskrise meistern werde. "Wir haben gezeigt, was in uns steckt - an gutem Willen und an Professionalität, aber auch an Improvisationskunst."

Es müssten nun Lösungen gefunden werden. Doch die dürften den sozialen Zusammenhalt nicht gefährden, müssten das Wohlergehen der eigenen Bürger berücksichtigen und die Not der Flüchtlinge, sagte Gauck. Zum Streit über Obergrenzen und Belastbarkeit angesichts von mehr als einer Million Flüchtlingen in diesem Jahr äußert er sich aber konkret nicht.

Gauck würdigt besonders die vielen freiwilligen Helfer. "Sie alle sind zum Gesicht eines warmherzigen und menschlichen Landes geworden." Das Staatsoberhaupt dankte auch den Mitarbeitern der für die Flüchtlingshilfe zuständigen Behörden und den eingesetzten Polizisten.

Der Bundespräsident erinnert auch die Unglücke und Krisen in diesem Jahr. Von der Flugzeugkatastrophe in den französischen Alpen über die Griechenland-Krise bis zu den gewaltsamen Konflikten in Syrien, der Ukraine, in Afghanistan und Afrika. Er würdigt auch die deutschen Soldaten, die "im gefährlichen Kampf gegen die Wurzeln des Terrors eingesetzt" sind.

An Silvester wird die Neujahrsansprache von Bundeskanzlerin Angela Merkel ausgestrahlt.

Mit Material der dpa

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