POLITIK
23/12/2015 02:40 CET | Aktualisiert 23/12/2015 02:45 CET

Angst vor dem IS: Hunderttausende Christen fliehen aus dem Irak

dpa

Der Islamische Staat ist zwar auf dem Rückzug. Dennoch hat seine Schreckensherrschaft jetzt schon dauerhaften Schaden in der christlichen Gemeinde in Syrien und dem Irak angerichtet.

Normalerweise verbietet der Islam, Mitglieder anderer Religionen zu töten - vom Islamischen Staat werden die Christen und andere religiöse Minderheiten aber zu drastischen Abgaben gezwungen. Auch Morde durch den IS und die Einführung des Sharia-Rechts vertreiben die meisten Andersgläubingen.

Das zeigt sich vor allem in der Großstadt Mossul: Das Hilfswerk Open Doors Deutschland geht davon aus, dass es in der irakischen Stadt erstmals seit 1600 Jahren keinen christlichen Gottesdienst mehr gebe. Das berichtet die "Welt". Weltweit seien derzeit rund 100 Millionen Christen auf der Flucht.

Laut Open Doors ist die Anzahl der Christen im Irak seit 2003 von 1,1 Millionen auf unter 300.000 gesunken. In Syrien ging die Zahl von 1,7 Millionen auf unter eine Million zurück. Viele der Christen wurden zu Flüchtlingen im eigenen Land.

Ein weiterer Brennpunkt der Christenverfolgung ist inzwischen Afrika. Auch dort schließen sich viele Islamisten dem IS an. Aber auch Christen in Asien bleiben nicht von Gewalt verschont. "Es gab in diesem Jahr buddhistische Mobs gegen Christen in Sri Lanka, ebenso in Myanmar. In Indien schürt die hindu-nationalistische Regierung Spannungen gegen Muslime und Christen."

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