POLITIK
23/12/2015 16:15 CET

"Bin nicht Polizist geworden, um Flüchtlinge zu beklauen": So rechnet ein dänischer Polizist mit seiner Regierung ab

Ein dänischer Polizist protestiert gegen die Flüchtlingspolitik seiner Regierung
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Ein dänischer Polizist protestiert gegen die Flüchtlingspolitik seiner Regierung

Es ist eine emotionale Abrechnung, mit der ein dänischer Polizist gerade Zuspruch von Tausenden Facebook-Nutzern bekommt.

In einem Post macht er seinem Ärger über eine umstrittene Regelung Luft. Die dänische Regierung hatte angekündigt, Flüchtlingen an der Grenze Wertsachen abzunehmen, um sie an den Kosten für die Unterbringung und Verpflegung zu beteiligen. Das sorgte weltweit für Kritik.

Mehr als 20.000 Mal wurde der Post des Polizisten, der sich Jacob Nielsen nennt, bisher geteilt.

Jeg blev ikke politimand for at plyndre flygtninge for DERES ejendele! I 13 år har jeg loyalt stillet op for skiftende...

Posted by Jacob Nielsen on Samstag, 19. Dezember 2015

Darin heißt es unter anderem:

"Ich bin nicht zur Polizei gegangen, um Flüchtlingen ihr Eigentum wegzunehmen. 13 Jahre lang habe ich loyal wechselnden Regierungen gedient, auch im Bezug auf Gesetze und Regeln, mit denen ich nicht einverstanden bin. Ich habe Brandbomben, Steine, Glasflaschen und vieles mehr ertragen - für Angelegenheiten, die nicht die meinen waren".

Und weiter:

"Doch nun ist genug. Soll ich den Flüchtlingen Gold aus dem Mund oder Wertsachen aus der Unterwäsche holen? Die Aufgaben eines Polizisten sind der Schutz von Bürgern und Demokratie und nicht das Plündern von Flüchtlingen.

Seinen Post schließt Nielsen mit einem Sprichwort ab, dass durchaus erkennen lässt, dass er es ernst meint:

"Man kann ein Pferd zum Wasser führen, aber es nicht zum Trinken zwingen".

Wie die "Süddeutsche Zeitung" berichtet, konnte die Identität von Jacob Nielsen bisher noch nicht zweifelsfrei belegt werden. Da sein Beitrag bei anderen Polizeibeamten großen Zuspruch erfahren hat, spricht vieles dafür, dass Nielsen tatsächlich Polizist ist. Der Post hat in Dänemark eine hitzige Debatte ausgelöst.

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