POLITIK
23/12/2015 02:06 CET | Aktualisiert 23/12/2015 08:03 CET

Münchner Professor warnt: "Vegane Ernährung kann bei Kindern zu dauerhafter Behinderung führen"

Ruth Jenkinson via Getty Images
Young girl holding a bowl of salad, set table in background.

Etwas mehr als eine Million Menschen in Deutschland ernähren sich inzwischen vegan - dazu gehören auch Kinder, die von ihren Eltern nur pflanzliche Nahrung bekommen.

Warum Veganer das tun? Viele halten ihren Ernährungsstil für den einzigen Weg, die Welt vor einer Umweltkatastrophe zu bewahren und der Massentierhaltung ein Ende zu setzen. Es gibt aber auch Experten, die vor einer veganen Lebensweise warnen und darin nur eine Modeerscheinung sehen - ja, sie sogar für gesundheitsschädlich halten. Diese Geschichte einer Veganerin zeigt, dass der Ernährungstrend auch Schwierigkeiten mit sich bringt:

Auch einige Politiker sehen den Trend mit Skepsis: Jetzt warnt Bundesernährungsminister Christian Schmidt (CSU) in der "Bild" vor Gesundheitsschäden durch veganes Essen bei Kindern und Jugendlichen. Schmidt sagte: "Veganes Essen kann zu gefährlicher Mangelernährung führen – vor allem bei Kindern."

Genauer: Bei Kindern könne vegane Ernährung schwere Vitamin-B12-Mangelerscheinungen verursachen, bis hin zu "erheblichen Schäden". Schmidt glaubt: "Für Kinder und Jugendliche ist vegane Ernährung auf keinen Fall geeignet.“

"Bild" hat auch beim Ernährungsexperten Berthold Koletzko von der Ludwig-Maximilians-Universität München nachgefragt. Der sagte: "Vitamin-B12-Mangel kann die Entwicklung des Gehirns schwer schädigen. Eine vegane Ernährung kann bei Kindern zu schweren neurologischen Schäden führen, bis hin zu einer dauerhaften Behinderung."

Der Vegetarierbund Deutschland (VEBU) wehrt sich gegen die Kritik. "Eine ausgewogene und vielfältige vegane Ernährung ist für alle Lebensphasen geeignet und versorgt den Körper mit allen nötigen Nährstoffen und mit annähernd allen Vitaminen", sagt der VEBU-Chef Sebastian Joy. Er empfiehlt angereicherte Nahrungsmittel und Vitamin-B12-Zahncreme, um Mangelernährung vorzubeugen.

Ernährungsminister Schmidt interessiert das allerdings nicht. Er findet: Eine "einseitige Ernährungsweise" sei ein Fehler und Kinder müssten in der Schule mehr Aufklärung darüber erhalten. Schmidt in "Bild": "Ich bin absoluter Gegner von Ernährungsverboten und Essens-Ideologien. Jeder soll essen, was ihn glücklich macht und ihm schmeckt."

Und weiter: "Wichtig ist, dass es ausgewogen ist! Ich fordere deshalb ein Schulfach Ernährung: Auch das kleine Einmaleins der Ernährung gehört ins Klassenzimmer. Denn nur wer weiß, wie Lebensmittel hergestellt werden, weiß sie auch zu schätzen."

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