ENTERTAINMENT
22/12/2015 09:59 CET | Aktualisiert 14/11/2016 15:53 CET

Das ist Helene Fischers größter Flop - und kaum einer weiß es

Die Werbetexter von Douglas sind auf ihrer Webseite nicht zu bremsen: In Helene Fischers Parfüm "That's Me" spiegle „sich lebendige Frische und Leichtigkeit wider“. In dem Duft vereine sich „ein sanfter, floraler Akkord aus Lotusblumen zärtlich mit süßen Rosen“, heißt es dort im schönsten Werberdeutsch.

2015-11-12-1447332656-6784274-Facebook2.jpg

Doch die hitverwöhnte Fischer hat diesmal offenbar für ihre Verhältnisse einen Flop in den Ladentheken platziert. In der Amazon-Bestseller-Liste rangierte der im Doppelpack mit der Helene-Bodylotion angebotene Duft am Dienstagvormittag gerade einmal auf Platz 27.268 im Bereich Beauty. Dabei ist das Parfüm erst seit etwas mehr als einem halben Jahr im Sortiment des Versandriesens.

Ob es in den Geschäften besser läuft, ist unklar: Eine Sprecherin des Drogerie-Giganten Douglas sagt auf Anfrage der Huffington Post vielsagend, das Verkaufsergebnis einzelner Düfte oder Marken kommentiere man nicht.

Organschädigende Inhaltsstoffe?

Der fehlende Erfolg dürfte nicht an einer fehlenden Popularität der Schlagersängerin liegen. Ausgerechnet in der für den Absatz von Parfüms wichtigsten Zeit des Jahres, dem Weihnachtsgeschäft, kam heraus, dass Fischers Duft offenbar nicht nur „blumig und lieblich“ ist. Das Verbrauchermagazin "ÖkoTest" hatte Anfang Dezember Dinge über das Parfüm herausgefunden, die wenig wohlig klingen. "That's Me" wurde mit "ungenügend" bewertet, weil es den Testern zufolge eine Reihe bedenklicher Stoffe enthält.

Die Tester fanden in "That's me" beispielsweise stark erhöhte Werte des Weichmachers Diethylphthalat (DEP). Der Stoff dient zur Vergällung von Alkohol und zur Stabilisierung des Duftes. Das Problem: Solche Weichmacher stehen im Verdacht, Leber, Nieren und Fortpflanzungsorgane zu schädigen. Öko-Test warnt: "DEP wird von der Haut aufgenommen und beeinflusst ihren Schutzmechanismus."

"Wirken wie Hormone"

Fischers Duft soll zudem „bedenkliche“ UV-Filter enthalten. Diese werden laut „Test“ zum Stabilisieren von Duftstoffen eingesetzt. Und sie sind offenbar nicht ungefährlich: Es gebe Hinweise, dass diese UV-Filter "wie ein Hormon wirken“, schrieb jüngst der „Stern“.

In "That's Me" steckt zudem den Experten zufolge Cumarin. Der Wirkstoff steht im Verdacht, Allergien auszulösen.

Außerdem konnten die Tester künstlichen Moschusduft nachweisen. Diese polyzyklischen Verbindungen sollen sich im menschlichen Fettgewebe anreichern: "Tierversuche haben Hinweise auf Leberschäden gegeben", sagte Susanne Düsterhöft von "Öko-Test"Anfang Dezember dem „Stern“.

"Berauschend angenehm“

Unter Experten ist allerdings umstritten, ab welcher Dosis solche Stoffe tatsächlich gefährlich werden. Das Management der Schlagersängerin, deren größter Hit passenderweise „Atemlos“ heißt, ließ eine Anfrage der Huffington Post am Dienstag zunächst unbeantwortet. Auch gegenüber dem „Stern“ hatten sich die Verantwortlichen zuletzt erst einmal nicht geäußert.

Echte Helene-Fans lassen die Testergebnisse aber ohnehin kalt. Sie schwärmen in Kunden-Rezensionen etwa, wie „berauschend angenehm“ "That’s Me" doch sei.

Auch auf HuffPost:

Schockierende Aufnahmen: IS-Terroristen reißen Frauen aus den Armen ihrer Familie

Lesenswert:

Ihr habt auch ein spannendes Thema?

Die Huffington Post ist eine Debattenplattform für alle Perspektiven. Wenn ihr die Diskussion zu politischen oder gesellschaftlichen Themen vorantreiben wollt, schickt eure Idee an unser Blogteam unter

blog@huffingtonpost.de.