POLITIK
22/12/2015 11:41 CET | Aktualisiert 22/12/2015 11:41 CET

Für ein Leben in Sicherheit: Syrischer Flüchtling schwimmt von der Türkei nach Griechenland

Wie so viele andere syrische Flüchtlinge wollte auch Ameer Mehtr nur raus aus seiner Heimat. Nachdem sein Zuhause im Bürgerkrieg zerstört wurde, schlug er sich in die Türkei durch.

Dort angekommen schien sein Traum von einem Leben in Sicherheit in Europa ein abruptes Ende zu finden: Die gefährliche Überfahrt von der Türkei nach Griechenland ist teuer und Ameer hatte nicht das Geld, um einen der begehrten Plätze in den Schlepperbooten zu ergattern. Das berichtet die Zeitung "The Sunday Times".

Schwimmen ist die einzige Möglichkeit

Ameer ist ein guter Schwimmer, hatte er doch vor seiner Flucht aus Syrien einige Zeit lang mit der Schwimm-Nationalmannschaft seines Heimatlandes trainiert. Der junge Mann realisierte, dass er, um den Traum von einem neuen Leben zu verwirklichen, von der Türkei nach Griechenland schwimmen müsse.

Sieben Stunden für ein neues Leben

Mehrere Monate trainierte Ameer mit einem Schwimmlehrer in der libanesischen Hauptstadt Beirut. Nach akribischer Vorbereitung war es im September endlich so weit: Eines Nachts stieg er in der Nähe der westtürkischen Stadt Guzelcamli ins Ägäische Meer. Sein Ziel war die acht Kilometer entfernte griechische Insel Samos.

Ameer trägt nur eine Badehose. In einer Schwimmweste hat er einige persönliche Gegenstände und ein paar Datteln zur Stärkung dabei. Nur mit Mühe konnte er zuvor die türkischen Polizisten umgehen, die die Küste gezielt nach Schleppern absuchen.

Sieben Stunden später erreichte er die Küste von Samos. Doch da Ameer an einem unbewohnten Teil der Insel an Land ging, musste er weitere elf Kilometer zu Fuß gehen, bis er endlich einen Hafen erreichte. Dort konnte er sich schließlich offiziell als Flüchtling registrieren lassen. Einen Monat lang verbrachte er in einem griechischen Flüchtlingscamp, ehe er per Zug weiter nach Schweden zog.

Der britischen Zeitung "Sunday Times" berichtete er von seiner Flucht:

"Ich habe jede Sekunde gedacht, dass ich sterben würde. Trotzdem bin ich einfach immer weiter geschwommen. Ich habe die Klippen nicht aus den Augen verloren und mir gedacht: Da drüben, da liegt deine Zukunft".

Auch auf HuffPost:

Sie wollen Aufmerksamkeit auf Krise lenken: So makaber stellt eine spanische Kirche die Flüchtlingssituation dar

Lesenswert:

Ihr habt auch ein spannendes Thema?

Die Huffington Post ist eine Debattenplattform für alle Perspektiven. Wenn ihr die Diskussion zu politischen oder gesellschaftlichen Themen vorantreiben wollt, schickt eure Idee an unser Blogteam unter

blog@huffingtonpost.de.