POLITIK
22/12/2015 05:51 CET

Jeder zehnte Deutsche engagiert sich für Flüchtlinge

dpa
Freiwillige Helfer geben in einer Schlange am Hauptbahnhof in München (Bayern) Hilfsgüter für Flüchtlinge weiter

Fast elf Prozent der Deutschen engagieren sich nach eigenen Angaben in der Flüchtlingshilfe. Das geht aus einer Studie des Sozialwissenschaftlichen Instituts der Evangelischen Kirche in Deutschland (EKD) hervor, die der "Welt" vorliegt. Sie verteilen Essen und Kleidung, gehen in Flüchtlingsheime, helfen bei Behördengängen, kümmern sich um Kinder - und ein Prozent hat angeblich sogar Flüchtlinge bei sich zu Hause aufgenommen.

In keinem anderen gesellschaftlichen Bereich gebe es höheres Engagement. Nach der Flüchtlingshilfe (10,9 Prozent) folgte Sport (10,1 Prozent).

Auch gespendet wurde viel. 37 Prozent sagten, sie hätten bereits Sachspenden abgegeben, 17 Prozent hatten Geld gespendet.

Das hohe Engagement ist ein Kompliment für die deutsche Zivilgesellschaft. Es zeigt, was möglich ist, wenn der Wille da ist. Allerdings hat es auch eine Schattenseite: Kritiker bemängeln, dass sich die Regierung darauf verlasse, dass es die Ehrenamtlichen schon richten werden. So dauerte es an vielen Orten Monate, bis die Behörden Ärzte zur Versorgung der Flüchtlinge stellten – und nicht Mediziner in ihrer ohnehin knappen Freizeit die einzige Anlaufstelle waren.

Die Hälfte der Befragten hatte noch keine Erfahrung mit Flüchtlingen gemacht. Im Osten waren das mit 54 Prozent geringfügig mehr Personen als im Westen (52 Prozent). 26 Prozent jener, die mit Flüchtlingen zu tun gehabt hatten, hatten gute Erfahrungen mit ihnen gemacht, gemischte oder keine guten hatten 21 Prozent gemacht. Das deutet darauf hin, dass direkter Kontakt Vorurteile abbaut – dass aber auch große Herausforderungen in der Integration zu erwarten sind.

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