POLITIK
23/12/2015 01:12 CET

"Solche Attacken sind Kriegsverbrechen": Putins Krieg gegen Zivilisten in Syrien

Ein russisches Kampfflugzeug über Syrien
Russian Ministry of Defense
Ein russisches Kampfflugzeug über Syrien

Amnesty International erhebt schwerer Vorwürfe gegen Russland. Die Menschenrechtsorganisation wirft dem russischen Militär vor, bei Luftangriffen in Syrien in den vergangenen Monaten Hunderte Zivilisten getötet zu haben. Es gebe vermehrte Berichte über den Einsatz von Streubomben in bewohnten Gebieten, die russische Truppen ins Visier genommen hätten, hieß es in einem Bericht der Organisation.

Beim Einsatz von Streumunition bleiben oft Sprengkörper am Boden zurück. Diese können Zivilisten noch lange nach dem Ende von Konflikten verstümmeln und töten.Philip Luther, Direktor des Amnesty-Programms für den Nahen Osten und Nordafrika, erhob schwere Vorwürfe gegen Moskau.

Einige Luftangriffe hätten direkt Zivilisten oder zivilen Objekten gegolten, sagte er. So seien Wohngebiete ohne ein offensichtliches militärisches Ziel und medizinische Einrichtungen getroffen worden. "Solche Attacken könnten Kriegsverbrechen darstellen", fügte Luther hinzu.

Russische Regierungsvertreter haben derartige Anschuldigungen stets zurückgewiesen. Auch Anwohner und oppositionelle Aktivisten in Syrien räumten ein, dass sich nichts zweifelsfrei nachweisen lasse, ob die Attacken von Russland oder dem syrischen Militär verübt worden seien.

Am 30. September hatte sich Russland formal in den Syrien-Konflikt eingeschaltet. Der Amnesty-Bericht bezieht sich auf sechs Attacken in den Provinzen Homs, Idlib und Aleppo, die sich zwischen September und November ereignet und mindestens 200 Zivilisten das Leben gekostet haben sollen.

Es ist nicht das erste Mal, dass Russland Kriegsverbrechen vorgeworfen werden. Hilfsorganisationen berichten, dass sie die Versorgung Syriens wegen Angriffen auf ihre Konvois einstellen oder stark einschränken mussten. Ein offizieller UN-Bericht kam zu dem Schluss, dass 20 Gesundheitseinrichtungen von russischen Bombern getroffen worden waren. Journalisten fanden zudem heraus, dass vom russischen Verteidigungsministerium verbreitete Aufnahmen von Angriffen auf angebliche Ölanlagen tatsächlich Kläranlagen und Getreidesilos zeigten.

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