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21/12/2015 06:59 CET | Aktualisiert 21/12/2015 11:30 CET

Winterdepression: Tageslicht kann helfen

evgenyatamanenko via Getty Images
Jeder Vierte leidet an "saisonalen Schwankungen" wie der Winterdepression.

Die Tage sind kürzer und die Winterdepression kommt: Man geht im Dunklen zur Arbeit und wenn man Feierabend hat, ist die Sonne auch bereits untergegangen. Irgendwie fühlt man sich schlapper, unmotivierter als sonst. Der “Winterblues” hat einen im Griff.

„Rund ein Viertel der Menschen verspürt solche saisonalen Schwankungen“, sagt Dieter Kunz, Chefarzt an der Klinik für Schlaf- und Chronomedizin des St. Hedwig-Krankenhauses in Berlin. Das berichtet “Focus Online”.

Seasonal Affective Disorder (SAD), die saisonal-affektive Depression, kann sogar so stark sein, dass Menschen nicht mehr arbeiten können. Krankenkassen bezahlen bei der SAD Antidepressiva. Doch Medikamente sind bei Winterdepressionen eigentlich gar nicht nötig, erklärt Kunz.

Denn das Gegenmittel ist simpel, aber im Winter leider selten: Licht. Die Helligkeit regelt nicht nur den Schlaf-Wach-Rhythmus, sondern regt das Gehirn an, ausreichend das Glückshormon Serotonin auszuschütten. Das berichtet “N24”.

Die Lampen im Büro sind jedoch kein Ersatz für die fehlende Sonne. Menschen mit Winterdepressionen benötigen daher sogenannte Tageslichtlampen. Diese sind besonders hell und geben weißes Licht ab.

Die Wirkung von Licht wird aktuell bei einem Experiment in der Berliner Charité erhoben. Dazu vergleichen die Ärzte "N24" zufolge zwei Gruppen von 76 Patienten miteinander. Für die eine Gruppe simuliert ein Lichthimmel mit speziellen LED-Leuchten das Tageslicht. Die Lichtstärke variiert im Tagesverlauf und steigert sich auf bis zu 1200 Lux zur Mittagszeit - so wie man es von der Sonne eben auch kennt. Die Erkenntnis: Die Frauen und Männer haben einen normalen Tag-Nacht-Rhythmus. Der Spiegel des Schlafhormons Melatonin im Blut nimmt also zu.

Zum Vergleich: Die andere Gruppe liegt unter normalem Krankenhauslicht. Ihr Schlafhormon-Spiegel ist konstant. Denn der Lichtmangel setzt ihre innere Uhr außer Kraft, wie es in dem Bericht heißt.

Das Problem für Menschen mit Winterdepressionen: Die Lichttherapie gehört in Deutschland zu den individuellen Gesundheitsleistungen. Das bedeutet, man laut “N24” muss für eine Bestrahlung beim Arzt bis zu 13 Euro pro Sitzung zahlen. Alternativ kann man sich selbst eine solche Lampe kaufen. Preis: rund 50 bis 150 Euro.

Schlecht gelaunt im Winter? Dann seid ihr nicht allein

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