POLITIK
21/12/2015 10:02 CET | Aktualisiert 21/12/2015 12:52 CET

Bildungsministerin Johanna Wanka im Gespräch mit HuffPost-Herausgeber Cherno Jobatey

An deutschen Hochschulen büffeln gerade 2,8 Millionen Studierende. Eine halbe Million Menschen – um genau zu sein: 503.600 - begannen im gerade auslaufenden Jahr 2015 ihr Studium. Passend dazu sprach HuffPost-Herausgeber Cherno Jobatey mit Johanna Wanka, der Bundesministerin für Bildung und Forschung, über Ihre aktuelle Hochschulpolitik.

Anfang der 70er hatte Johanna Wanka an der Universität Leipzig Mathematik studiert und immer wieder betont, wie klasse das damals war. Wir wollten wissen, wie sie die Studentenszene an unseren Massen-Unis einschätzt, die gerade einen Studentenrekord feiern.

Wäre sie, die gelernte Mathematikerin, die neben ihrer Professur auch lange als Hochschulrektorin tätig war, auch heute noch so begeistert und würde wieder eine akademische Karriere eingeschlagen? Denn wesentlich voller ist es auf jeden Fall an den Unis; das Wort vom Akademisierungswahn macht die Runde.

Große Unsicherheiten bei Nachwuchsforschern

Ein Großteil des Uni-Nachwuchses hat nur kurze Arbeitsverträge. Wer viel in der Welt unterwegs ist, trifft überall junge deutsche Forscher, die einem erzählen, dass man eben woanders eine Perspektive gefunden habe. Trotz Bologna-Reform und Junior-Professuren kann man realistisch frühestens mit 40 Jahren Professor werden.

Warum wird bei uns erst so spät für wissenschaftliche Leistungen geehrt? Müsste man vielleicht größer denken? Braucht das System der Anerkennung nicht eine Änderung?

Warum haben eigentlich nur bestimmte Verlage so richtig Gewicht bei der Begutachtung wissenschaftlicher Arbeiten? Muss man in diesen digitalen Zeiten nicht beherzt ganz andere Wege beschreiten? Zumal doch Forschungsarbeiten häufig mit öffentlichen Mitteln unterstützt werden…

Deutsche Forscher zu sehr im Elfenbeinturm?

Weitverbreitet ist die Ansicht, in Deutschland werde zu viel an Realitäten vorbeigeforscht, der Anschluss an die Wirtschaft sei zu schlecht, ganz im Gegensatz etwa zu den USA. Machen wir zu viel Grundlagenforschung? Müsste man Wissenschaftler also nicht noch mehr zur Zusammenarbeit mit der Realität oder sagen wir mal mit der Wirtschaft drängen? Wie kann Politik da steuern?

Bundesforschungsministerin Johanna Wanka steht im Video oben Rede und Antwort.

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