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21/12/2015 17:29 CET | Aktualisiert 05/01/2016 12:42 CET

Dieses Hotel mitten in Deutschland serviert Ratten - und verkauft sie als Delikatesse

Zoonar RF via Getty Images
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Rattenkrallen im Burger der Fastfood-Kette oder in der Mahlzeit vom asiatischen Lieferservice: Gerüchte wie diese sind für die meisten Deutschen eine Horrorvorstellung.

Ratten gelten immer noch als Schädlinge, die zum Beispiel Krankheiten übertragen. Schon seit der Pestepidemie im Mittelalter, die ursprünglich von den Nagern kam, hat man mehr Angst vor den Tieren als ihre Größe rechtfertigen würde.

Ein Teil der Furcht scheint heute überwunden: Manche halten sie sich mittlerweile zwar als reinliche Haustiere – aber essen will man sie eigentlich nach wie vor nicht.

Außerhalb der westlichen Welt ist das aber anders. In der kambodschanischen Provinz Battambang gelten die Nager zum Beispiel als Delikatesse. Während der Reisernte werden nicht nur die Körner geerntet, sondern auch die Ratten, die sich zuvor an den Pflanzen wie Parasiten vollgefressen haben.

Sie werden gegrillt, gekocht oder gebraten und mit Zitronengras, Ingwer und Knoblauch serviert.Kambodscha ist der Spitzenreiter im Rattenessen, gefolgt von Laos und Thailand. Der Rattenverzehr ist ein wachsendes Geschäft.

Auf diesen Zug will jetzt auch ein deutsches Hotel aufspringen. Wie die sächsische Nachrichtenseite „Mopo24“ berichtet, kommen bei Küchenchef Steve Walther im Ort Rathen Nager auf den Teller.

Allerdings handelt es sich nicht um die Art Ratte, die man ab und zu auf den U-Bahn-Gleisen huschen sieht oder die sich im kambodschanischen Reis versteckt. Auf der Speisekarte steht „Nutria-Braten“, das Fleisch der Biberratte.

Sie ist die größte Ratte Deutschlands, kann bis zu 65 cm messen und acht bis zehn Kilo wiegen. Optisch ähnelt sie tatsächlich einer Kreuzung der beiden Nager. Der Kopf der Wasserratte erinnert an einen Biber, der Schwanz mehr einer herkömmlichen Ratte. Sie stammt eigentlich aus Südamerika und wurde erst zur Pelzzucht in Europa eingebürgert.

Gegessen wurde das Tier tatsächlich schon zu DDR-Zeiten: In einem Fachbuch für Pelztierzüchter wird beschrieben, wie man die Biberratte zu Rouladen, Mettwurst oder Salami verarbeiten kann. Auch in DDR-Gefängnissen war ein Nutriabraten mit Kartoffeln keine Seltenheit.

Im Rathener Hotel „Elbiente“ wird das Tier als Wickelbraten serviert, gefüllt mit Rinderhack, Trüffelöl und weihnachtlichem Trockenobst. Dazu gibt’s Klöße und Blaukraut.

„Mit Ratte hat das nichts zu tun“, äußerte sich der Küchenchef der "Mopo24" gegenüber sicher. Stattdessen ordnet er das Fleisch geschmacklich ähnlich einem Kaninchen ein. Etwas saftiger und zarter sei es angeblich noch.

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