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21/12/2015 06:30 CET | Aktualisiert 21/12/2015 07:28 CET

"Werde kämpfen": Blatter kündigt Einspruch gegen Fifa-Urteil an

dpa

Joseph Blatter will gegen seine Sperre durch die Fifa-Ethikkommission vorgehen. Der für acht Jahre aus dem Fußball verbannte Schweizer kündigte am Montag einen Einspruch beim Berufungskomitee des Weltverbands Fifa und beim Internationalen Sportgerichtshof CAS an.

"Ich werde kämpfen, für mich, für die Fifa", sagte Blatter. Der bisherige FIFA-Präsident war zuvor ebenso wie der europäische Verbandschef Michel Platini wegen Verstößen gegen das Fifa-Ethikreglement gesperrt worden. Auch ein Einspruch bei zivilen Schweizer Gerichten sei möglich, erklärte Blatter nach Beratung mit seinen Anwälten.

In seiner Ansprache am Montag Vormittag in Zürich entschuldigte er sich zunächst - allerdings nicht für die Taten, die ihm zur Last gelegt werden. Stattdessen klang er eher selbstmitleidig: "Es tut mir Leid, dass ich immer noch der Boxball bin", sagte er, "Es tut mir Leid für mich, es tut mir Leid für den Fußball".

Er bestritt nach wie vor die Vorwürfe der Korruption und sprach von einem simplen Geschenk Platinis an ihn. Es sei nicht korrekt, dass Platini und er Lügner seien.

"Ich habe niemals mit Geld betrogen", sagte er wörtlich. "Und jetzt soll ich zwei Millionen (Schweizer Franken, Anm. d. Red.) nur für Stimmen gegeben haben?"

Über die Strafe der Ethikkommission äußerte er sich empört: "Ich bin suspendiert für acht Jahre - für was?" Das Gremium würde nicht sehen, dass er ein "Abkommen unter Gentlemen" mit Platini geschlossen hätte, sprich eine mündliche Vereinbarung. Tatsächlich sagte die Kommission lediglich, dass ein schriftlicher Vertrag hätte existieren sollen.

Blatter räumte jedoch ein, dass er nicht so lange im Amt hätte bleiben sollen: "Ich hätte zuhören sollen und nach der WM in Brasilien aufhören sollen." Allerdings gestand er damit nicht die ihm zu Last gelegten Fehler, sondern bezog sich darauf, dass er bereits seit mehr als vierzig Jahren arbeiten würde und es genug gewesen wäre. Als Grund für sein Verbleiben als FIFA-Präsident nannte er, dass er von verschiedenen Seiten darum gebeten worden sei.

Doch auch jetzt, wo ihn keiner mehr bittet, zu bleiben, will Sepp Blatter nicht gehen. Nach der Pressekonferenz in Zürich ist eines auf jeden Fall klar: Es wird kein stiller Abschied, er will es der FIFA schwer machen. Bevor er das Podium verließ, war sein letzter Satz: "Ich werde zurückkommen."

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