POLITIK
20/12/2015 12:43 CET | Aktualisiert 22/12/2015 04:18 CET

Eine Polizistin klagt an: BKA fälscht Zahlen zu Straftaten von Flüchtlingen

Tania Kambouri ist jung, sie arbeitet als Polizistin - und sie hat ein Buch geschrieben, das für Schlagzeilen sorgt. Denn in dem Bestseller mit dem Titel "Deutschland im Blaulicht" beschreibt die Streifenpolizistin ihren Arbeitsalltag in Bochum. Und dort haben Polizisten wie sie vor allem mit einer Gruppe viel Ärger: jungen Männern mit Migrationshintergrund.

Der "Stuttgarter Zeitung" hat Kambouri jetzt ein Interview gegeben, in dem sie einen ungeheuerlichen Vorwurf äußert: nämlich, dass das Bundeskriminalamt die Zahlen zu Straftaten von Flüchtlingen fälscht.

Wie sie dazu kommt? Ihre Erfahrung im täglichen Streifendienst stimme nicht mit den Angaben des BKAs überein. Die Behörde bestreitet nämlich, dass durch die ankommenden Flüchtlinge die Kriminalität in Deutschland steige. Das BKA geht zwar davon aus, dass die Kriminalität steigt - aber weniger stark, als mit der Zahl der ankommenden Flüchtlinge zu vermuten wäre.

Kambouri behauptet aber:

"Ich könnte mir vorstellen, dass da etwas gefälscht oder beschönigt wurde, um keine Angst in der Bevölkerung zu schüren." Und weiter: "Nun ja, solche Zahlen über kriminelle Handlungen von Flüchtlingen sind politisch nicht gewollt. Ich denke auch, dass viele Beamte in führenden Positionen von der Politik gesteuert oder wenigstens beeinflusst werden. Denn wer die Wahrheit bei diesem Thema sagt, wird schnell in die Nazi-Ecke gestellt."

Das sind harte Worte einer Polizistin. Beweisen kann sie ihren Vorwurf aber nicht. Erste offizielle Untersuchungen weisen darauf hin, dass es durchaus eine kleine Gruppe an Flüchtlingen vor allem aus Nordafrika und den Balkanstaaten gibt, die straffällig werden. 1,3 Prozent der Flüchtlinge in Sachsen werden demnach straffällig. In Braunschweig waren es drei Prozent.

Aber nicht nur der Vorwurf gegen BKA, sondern auch die anderen Aussagen von Kambouri dürften für Diskussionen sorgen. Hier sind die drei wichtigsten:

1. Die Arbeit der Polizei wird gezielt gestört

Die Polizistin schildert, wie bei Verkehrskontrollen vor allem junge Männer mit Migrationshintergrund Anweisungen nicht folgen und Verwandte anrufen. "Das geht bis zu dem Punkt, dass wir uns zurückziehen müssen – aus der Befürchtung, den Einsatz nicht bewältigen zu können", sagt Kambouri in einem Interview mit der Stuttgarter Zeitung. Den jungen Männern fehle es an Respekt vor der Staatsgewalt.

2. Familiärer Hintergrund ist die Ursache

Den Grund für diesen fehlenden Respekt sieht die Polizistin in einer mangelnden Erziehung, wie sie der "Stuttgarter Zeitung" sagt. Manche der jungen Männer würden offen sagen: "Scheiß auf Deutschland." Die jungen Männer würden sich außerdem benehmen, als wären sie in Deutschland nicht willkommen.

3. Mit der Flüchtlingskrise könnte sich die Lage verschlimmern

Im Interview mit der "Stuttgarter Zeitung" spricht Kambouri auch über die Flüchtlinge, die nach Deutschland kommen. "Wir erleben es nicht selten, dass Flüchtlinge, die erst seit wenigen Tagen im Land sind, Straftaten begehen." Der Grund sei offensichtlich: überfüllte Unterkünfte und Langeweile.

Eine Lösung nennt Kambouri aber auch - und das macht Hoffnung. Schon in den Kindergärten müsste viel stärker auf Integration gesetzt werden, fordert sie. Unter anderem dadurch, dass Kinder mit Migrationshintergrund schon früh Deutsch lernen. Das erleichtert später auch den Erfolg in Schule und Ausbildung - und das ist das beste Mittel für eine erfolgreiche Integration.

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