POLITIK
20/12/2015 05:37 CET | Aktualisiert 20/12/2015 08:18 CET

Oppermann: Gabriel ist der "natürliche Kanzlerkandidat der SPD"

dpa
SPD-Fraktionschef Thomas Oppermann sieht in Sigmar Gabriel den perfekten Kanzlerkandidaten

Die Wiederwahl des SPD-Parteivorsitzenden Sigmar Gabriel verlief holprig. Beim SPD-Bundestag in Berlin hatte er lediglich 74,3 Prozent der Stimmen erhalten – das zweitschlechteste Resultat eines SPD-Vorsitzenden in der Nachkriegsgeschichte.

SPD-Fraktionschef Thomas Oppermann glaubt trotzdem an Gabriel. In einem Interview mit "Spiegel Online" widersprach er der Annahme, dass Gabriel in einer tiefen Krise innerhalb seiner eigenen Partei stecke. Gabriel habe bei allen strittigen Themen die klare Mehrheit bekommen.

Das Wahlergebnis sei lediglich eine "Unmutsäußerung", die es in demokratischen Parteien eben gäbe. "Es ist das Ergebnis für einen Vorsitzenden mit Ecken und Kanten – und damit kann ein robuster Parteichef wie er auch umgehen", fügte Oppermann hinzu.

Oppermann sieht in Gabriel demnach den "natürlichen Kanzlerkandidaten der SPD". Seine erfolgreiche Politik in der Bundesregierung prädestiniere ihn für den Posten. "Gabriel kann Wahlkampf wie kaum ein anderer", fügte er hinzu.

Der SPD-Fraktionschef sieht die Zukunft seiner Partei optimistisch. Die SPD habe Dinge durchgesetzt, die das Leben vieler Menschen verbessert hätten, sagte Oppermann. Seiner Partei rät er zu Gelassenheit: Sie müsse weiter gute Arbeit leisten und Ruhe bewahren, um aus dem 25-Prozent-Loch zu kommen.

An der Union übt Oppermann scharfe Kritik, auch zur AfD findet er klare Worte. Die Union biete Konservativen in der Flüchtlingspolitik keine Antworten und keine politische Heimat. "Der Erfolg der AfD ist Ausdruck eines eklatanten Versagens der Union", fügte er hinzu. Die AfD sei eine "Bande von Zynikern und geistigen Brandstiftern" und ihr thüringischer Landeschef Björn Höcke ein "hochgefährlicher Vulgär-Rassist", sagte er weiterhin.

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