POLITIK
20/12/2015 01:59 CET

IS soll zehntausende echte Passdokumente erbeutet haben

IS Propaganda

Die Terrororganisation „Islamischer Staat“ (IS) hat sich in mindestens drei arabischen Ländern mutmaßlich zehntausende echte Passdokumente beschafft. Das berichtet die „Welt am Sonntag“ und beruft sich dabei auf westliche Geheimdienste.

Wie sind die Dschihadisten an die Dokumente gekommen?

In Syrien, dem Irak und Libyen übernahmen die Terroristen in mehreren Städten die offiziellen Ämter und Behörden. Sie erbeuteten dabei Blanko-Pässe und wohl auch Maschinen zur Produktion von Ausweisdokumenten.

Was wollen sie mit den Pässen?

Der IS betreibt mit den Pässen offenbar einen regen Handel und verdient damit Geld. „Echte falsche Pässe“, wie sie in Geheimdienstkreisen bezeichnet werden, sind schon für 1000 bis 1500 Dollar auf dem Schwarzmarkt zu haben.

Sicherheitsbehörden befürchten jedoch, dass die Dschihadisten die Pässe auch nutzen, um Terroristen als Flüchtlinge getarnt nach Europa zu schleusen.

Die Aussage von Flüchtlingspässen ist begrenzt

Was sagen Sicherheitsexperten?

„Die großen Ströme von Menschen, die derzeit unkontrolliert nach Europa einreisen, stellen natürlich auch ein Sicherheitsrisiko dar“, sagte Fabrice Leggeri, der Chef der Europäischen Grenzsicherungsbehörde Frontex, der „Welt am Sonntag“.

Die Frontex-Beamten kontrollieren zwar sehr genau, ob Flüchtlinge möglicherweise mit gefälschten oder gestohlenen Papieren einreisen. „Dennoch ist die Aussagekraft von Flüchtlingspässen aus unserer Sicht sehr begrenzt“, so Leggeri.

In einem Bürgerkriegsland wie Syrien könne schließlich niemand garantieren, „dass die Dokumente, die echt aussehen, auch wirklich von einer offiziellen Behörde ausgestellt wurden oder wirklich von dem rechtmäßigen Inhaber mitgeführt werden.“

Ist der IS nur an arabischen Pässen interessiert?

Offenbar nicht: Türkischen Medienberichten zufolge wurden am Flughafen Istanbul am vergangenen Donnerstag zwei Männer verhaftet, die insgesamt 148 europäische Ausweise in die Türkei schmuggeln wollten.

Die Dokumente waren in Pizzaöfen versteckt, zusammen mit Kameras und SIM-Karten. Bei einem der Schmuggler handelt es sich um einen Belgier türkischer Herkunft. Beide werden verdächtigt, im Auftrag des Islamischen Staats unterwegs gewesen zu sein.

Auch auf HuffPost:

Schockierende Aufnahmen: IS-Terroristen reißen Frauen aus den Armen ihrer Familie

Lesenswert:

Ihr habt auch ein spannendes Thema?

Die Huffington Post ist eine Debattenplattform für alle Perspektiven. Wenn ihr die Diskussion zu politischen oder gesellschaftlichen Themen vorantreiben wollt, schickt eure Idee an unser Blogteam unter

blog@huffingtonpost.de.

Hier geht es zurück zur Startseite