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20/12/2015 17:38 CET | Aktualisiert 21/12/2015 00:50 CET

Diese Idee könnte eines der größten Probleme unserer Zeit lösen

Matthias Makarinus via Getty Images
Die Idee der Finnin schont die Umwelt.

Rund 7000 Menschen sterben in Deutschland jährlich durch die gesundheitlichen Folgen von Autoabgasen. Feinstaubpartikel oder Stickoxide, die in Massen aus den Auspuffen kommen, schaden aber nicht nur den Menschen, sondern auch der Umwelt. Denn Autos stoßen auch eine Menge des schädlichen Treibhausgases Kohlendioxid aus. CO2 ist eine der Hauptursachen für die Erderwärmung.

Doch die finnische Stadtplanerin Sonja Heikkiljä will das nicht länger hinnehmen.

Dank einer App soll Helsinki frei von Privatautos werden

Sie hat eine App entwickelt, mit der sie ihre Heimatstadt Helsinki frei von privaten Autos machen will - damit soll die Stadt sauberer, umweltfreundlicher und lebenswerter werden.

Die Idee: Die Nutzer sollen sich mit Hilfe der App die passenden Verkehrsmittel für eine bestimmte Strecke aussuchen können. Dazu sollen Bus, Bahn, Leihfahrrad, Car-Sharing-Autos und Fähren gehören. Über die App sollen die Nutzer dann die Transportangebote buchen können, die sie benötigen. Schon heute gibt es mit Moovel eine ähnliche App in Deutschland.

sonja heikkilä

Sonja Heikkiljä will private Autos aus der Stadt verbannen.

Keine Privat-Autos auf den Straßen

Heikkiläs Argument ist simpel: 95 Prozent der Zeit stehe ein Auto ungenutzt auf dem Parkplatz. Die 25-jährige sagt voraus, dass auf Helsinkis Straßen bald keine Privatfahrzeuge mehr unterwegs sein werden. Schließlich gehe es nicht darum, ein Auto zu haben, lautet ihr Argument - sondern darum, möglichst gut von A nach B zu kommen.

Noch gibt es Schwierigkeiten

In einem ersten Pilotversuch wird das Verkehrskonzept von Heikkiljä auch schon getestet. In Helsinki gibt es ein spezielles Bussystem: Seit drei Jahren sind 15 Mini-Busse in der Stadt unterwegs.

Mitfahrer fordern den Bus per App an, werden dann im Stadtgebiet eingesammelt und an ihr Ziel gebracht. Jedes Fahrzeug hat neun Plätze, 200 bis 300 Fahrten kann jeder Bus pro Tag erledigen. Das bedeutet, dass momentan nur ein Bruchteil der Stadtbewohner den Service nutzen kann, weil es nicht genügend Busse gibt.

Um das Transportangebot noch mehr Menschen zugänglich zu machen, müsste ein Privatunternehmen den zusätzlichen Service übernehmen.

Das Problem: Das Busnetzwerk deckt die entstandenen Kosten nicht. Um Gewinn damit zu machen, müssten die Preise erhöht werden. Schon jetzt kostet der Service mehr als ein normaler Bus. Nicht jeder kann oder mag mehr dafür bezahlen.

Aber für dieses Problem könnte es bald eine Lösung geben. Sampo Hietanen, ein Finne, der sich mit seinem Startup ITS Finland für autofreie Städte engagiert, will eine Art Flatrate für den öffentlichen Nahverkehr einführen.

Konkret bedeutet das: Für rund 100 Euro im Monat sollen Stadtbewohner alle Verkehrsmittel so oft sie wollen nutzen können. Inklusive sind außerdem 100 Kilometer im Taxi fahren, 500 Kilometer in einem Leihwagen und 1500 Kilometer in Überlandbussen oder Bahnen.

Hietanen glaubt, dass der Transportsektor mit seiner Flatrate-Revolution bald einen "Veränderungs-Tsunami" erleben wird. Der könnte die privaten Autos von der Straße spülen. Mit Fördergeldern von der Europäischen Union will Hietanen seine Idee bald in ersten Städten testen.

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