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20/12/2015 03:19 CET | Aktualisiert 20/12/2015 11:10 CET

Bombenalarm: Rätsel um Notlandung einer Air-France-Maschine

Aus Furcht vor einer Bombe an Bord ist ein Flugzeug der Air France mit 473 Menschen auf dem Weg von Mauritius nach Paris in Kenia notgelandet. Im Waschraum der Boeing 777 habe ein Passagier einen verdächtigen Gegenstand entdeckt und dem Kabinenpersonal gemeldet, teilte die kenianische Polizei am Sonntag mit.

Die Polizei vermutete, dass es sich um Sprengstoff handeln könne. Daraufhin hätten die Piloten eine Notlandung auf dem Flughafen der Küstenstadt Mombasa beantragt. Alle 459 Passagiere und 14 Mannschaftsmitglieder des Air France-Flugs 463 seien nach der Landung in Sicherheit gebracht worden, teilte die Polizei mit.

Bei den Untersuchungen des aus dem Flugzeug gebrachten Gegenstands - einer Schachtel mit einer darauf befestigten Stoppuhr - wurde zunächst kein Sprengstoff festgestellt, wie die Polizei mitteilte. Die Schachtel wurde zerlegt und weiter untersucht. Wie der Chef der Fluglinie Air France inzwischen mitteilte, wurde an Bord bei der Durchsuchung aber keine Bombe gefunden.

... aber es war kein technisches Problem

Air France hatte ein Ersatzflugzeug geschickt, um die Fluggäste weiter zu transportieren. Das Flugzeug, das eigentlich auf dem Flughafen Charles de Gaulle in Paris landen sollte, hatte Mauritius am Vormittag verlassen und war gut dreieinhalb Stunden später in Kenia gelandet. Landungen anderer Maschinen in Mombasa wurden verschoben, mittlerweile läuft der Betrieb aber wieder normal.

Benoit Lucchini, Passagier an Bord der Maschine, sagte, das Flugzeug sei sehr langsam gesunken, so dass die Fluggäste bemerkt hätten, dass wahrscheinlich etwas nicht in Ordnung sei. Das Personal der Maschine sei jedoch wunderbar gewesen. So seien alle ruhiggeblieben.

Es konnte eine Bombe sein

Sie hätten gedacht, es handele sich um ein technisches Problem. "Aber es war kein technisches Problem, es war etwas in der Toilette."

Flug 463 ist das dritte Flugzeug von Air France, das in den vergangenen Wochen umgeleitet wurde. Die beiden anderen Flugzeuge waren auf dem Weg von den USA nach Frankreich. Beide Male gab es Bombendrohungen, es wurden aber keine Bomben entdeckt.

In Frankreich herrscht seit den Terroranschlägen vom 13. November mit 130 Toten der Ausnahmezustand. Die Terrormiliz Islamischer Staat hatte für die Attentate die Verantwortung übernommen.

Der IS hatte sich auch dazu bekannt, den Absturz eines russischen Flugzeugs auf der Sinai-Halbinsel am 31. Oktober verursacht zu haben, bei dem alle 224 Passagier an Bord ums Leben gekommen waren. Moskau geht davon aus, dass der Absturz durch eine Bombe verursacht wurde, während Ägypten dafür keine Beweise sieht.

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