POLITIK
19/12/2015 16:13 CET | Aktualisiert 19/12/2015 16:43 CET

Statistik zeigt: 1,3 Prozent der Asylbewerber in Sachsen begeht fast die Hälfte der Straftaten

Eine neue Statistik zeigt die Wahrheit über kriminelle Flüchtlinge
dpa
Eine neue Statistik zeigt die Wahrheit über kriminelle Flüchtlinge

Sachsen hat vor einem Jahr eine Polizei-Sondereinheit gegen kriminelle Asylbewerber eingesetzt. Es war ein höchst umstrittener Schritt gewesen. Sachsens Innenminister Markus Ulbig (CDU) hatte ihn damit begründet, dass bereits abgelehnte kriminelle Asylbewerber, zur Strafverfolgung oft noch in Deutschland bleiben müssten und so mit einer “Art Bleiberecht” belohnt würden. Diese Minderheit mache dann die Solidarität gegenüber allen Asylbewerbern kaputt.

Jetzt hat das Landeskriminalamt Sachsen eine Analyse zum Thema vorgelegt, über die die dpa, die “Frankfurter Allgemeine Zeitung” und die "Bild"-Zeitung berichten. Untersucht wurde Straftaten im Zeitraum von Januar bis September dieses Jahres. Das sind die wichtigsten Erkenntnisse:

  • Die Zahl der Asylbeweber in Sachsen hat sich in der Zeit auf gut 45.000 verdreifacht.
  • Die Zahl der tatverdächtigen Asylbewerber ist sehr viel weniger gestiegen: Sie hat sich von 3100 auf 4700 etwa um die Hälfte erhöht.
  • Asylbewerber seien für 10.000 Straftaten verantwortlich (aus dem “FAZ”-Bericht geht nicht hervor, ob es sich bei der Zahl um Anzeigen oder Verurteilungen handelt). Die Zahl der Straftaten ist trotz der höheren Zahl von Asylbewerbern zurückgegangen: 2014 hatte die Polizei noch 7029 Fälle gezählt.
  • Die häufigsten Straftaten waren: Diebstahl mit 40 Prozent und Schwarzfahren mit 18 Prozent und Körperverletzung mit 11 Prozent (sie soll vor allem in den Heimen passiert sein).
  • Das heißt auch: Rechte Hetze, Asylbewerber würden häufig vergewaltigen und vergewaltigen, ist Lüge. Sachsens Polizei zählte 3 Tötungen (deren Opfer Asylbewerber waren) und 5 Sexualdelikte.
  • 12 Prozent der Straftaten wurden in Asylbewerberunterkünften verübt.
  • 600 Flüchtlinge gelten allerdings als Intensivstraftäter. Sie haben innerhalb eines Jahres mehr als 5 Straftaten begangen -und insgesamt fast die Hälfte aller Straftaten insgesamt. Solche Straftäter will Ullbig schnell abschieben - bislang geht das nur bei Asylbewerbern, die zu mindestens drei Jahren Haft verurteilt wurden.
  • Auffällig soll die hohe Kriminalitätsrat unter Tunesiern sein: 62 Prozent der 1803 Tunesier in Sachsen seien straffällig geworden. Unter den Syrern solle es dagegen unter 2 Prozent gewesen sein. Experten führen das auch auf eine Amnestie zurück, die nach der samtenen Revolution in Tunesien Kriminelle in die Freiheit entließ. Möglicherweise fanden viele von ihnen auch als Flüchtlinge in Europa Unterschlupf.

Analysen wie diese sind derzeit besonders wertvoll. Denn sie belegen, dass die in vielen Orten betrieben Hetze gegen die angeblich kriminellen Asylbewerber nichts als gegenstandslose Bösartikgeit ist. Natürlich muss man bei dieser Statistik davon ausgehen, dass nicht alle Vorfälle zur Anzeige gebracht wurden - aber das gilt genauso für jede andere Polizeistatistik.

Übrigens scheint Sachsens Innenminister eine besondere Vorliebe für Sondereinheiten zu haben. Er rief nicht nur eine gegen Flüchtlinge ins Leben. Sondern im Oktober auch eine "integrierte Ermittlungseinheit" gegen Kriminelle, die auf Flüchtlingsunterkünfte losgehen. Denn da sind die Zahlen eindeutig: Ihre Zahl stieg von Januar bis Ende September auf 66 und damit erheblich an - im gleichen Zeitraum des Vorjahres waren es noch 15.

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