POLITIK
19/12/2015 09:22 CET | Aktualisiert 19/12/2015 09:31 CET

Flüchtlingskrise: Orbán wittert linke Verschwörung in der EU

dpa

Heftige Kritik aus Budapest: Ungarns Ministerpräsident Viktor Orbán hat Europas Politikern in der Flüchtlingskrise Mangel an gesundem Menschenverstand unterstellt.

"Selbst den einfachsten Menschen war klar, dass wir nicht zulassen dürfen, dass solche Menschenmassen ohne Kontrolle in unser Leben einmarschieren", sagte der Rechtskonservative der Zeitung "Lidove noviny" aus Prag.

Man wisse nicht, was das für Leute seien und woher sie stammten. Nichts zu unternehmen, zeuge von "selbstmörderischen Neigungen".

Haben den Verdacht, dass Wähler importiert werden

Orbán verteidigte die Klage seines Landes gegen die Umverteilung von 120.000 Flüchtlingen innerhalb der Europäischen Union zudem mit einer fragwürdigen Theorie. Er vermutete hinter der Umverteilung eine Verschwörung der politischen Linken: "Wir haben den Verdacht, dass in Europa geheim oder hinter vorgehaltener Hand Wähler importiert werden", sagte er. Nach Ansicht des Rechtspolitikers würden die meisten eingebürgerten Migranten linke Parteien wählen.

Der ungarische Regierungschef zweifelte zudem an der Integrationsfähigkeit von Ausländern. "Die Tatsache, dass wir bei uns keine Parallelgesellschaften haben, ist kein Nachteil Mitteleuropas, sondern einer unserer größten Vorteile", behauptete er. Orbán regiert seit 2010 mit einer Zweidrittelmehrheit in Ungarn. Er hat einen Grenzzaun errichten lassen, um Flüchtlinge abzuhalten.

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