POLITIK
18/12/2015 03:22 CET | Aktualisiert 31/05/2017 08:02 CEST

Wegen Skandal-Auftritten: AfD berät über Rauswurf von Björn Höcke

dpa

Björn Höcke war in den vergangenen Monaten der größte Scharfmacher der AfD. Nun droht dem Politiker der Parteiausschuss. Wie die "Bild"-Zeitung berichtet, berät die AfD am heutigen Freitag über die Zukunft des thüringischen AfD-Landesvorsitzenden.

Grund für die Zweifel der Parteikollegen sind Höckes umstrittene Auftritte und öffentlichen Äußerungen. Offenbar fürchtet die AfD Konsequenzen, die der Partei schaden könnten. Laut der Zeitung denkt die Partei über mehreren Optionen nach: eine Abmahnung, ein Amtsenthebungsverfahren als Thüringens AfD-Landesvorsitzender oder sogar der Parteiausschluss.

Höcke selbst habe seine Teilnahme an der Bundesvorstandssitzung abgesagt. Dabei spielt nach "Bild"-Informationen auch eine erst jetzt bekannt gewordene Äußerung Höckes auf einer Veranstaltung der Jungen Alternative Berlin am 26. September 2015 eine Rolle. Dort hatte Höcke laut der Zeitung gesagt: "Christentum und Judentum stellen einen Antagonismus dar. Darum kann ich mit dem Begriff des christlich-jüdischen Abendlands nichts anfangen.“

Höcke bestreitet den Vorwurf der Judenfeindlichkeit. Gegenüber "Bild" bestärigte er, dass diese Äußerung so gefallen sei. Er beteuerte aber, damit "keine Kritik am Judentum verbunden“ zu haben. Er halte das Judentum im Gegenteil für "eine großartige Religion“.

Schaden anrichten kann Höcke nicht nur innerhalb der AfD. Josef Kraus, Präsident des deutschen Lehrerverbandes, fürchtet, dass der wegen seiner Abgeordnetentätigkeit beurlaubte Oberstudienrat Höcke eines Tages sein Rückkehrrecht ausüben und dann erneut Kinder im Fach Geschichte unterrichten könnte. Kraus sagte der "Bild: "Es wäre eine sehr fragwürdige Angelegenheit, wenn dieser Mann eines Tages in den Schuldienst zurückkehrt.“ Er ging sogar so weit zu sagen: "Wenn ich Höckes Schulleiter wäre, würde ich den Mann zurückpfeifen."

Höckes Liste der sprachlichen Ausfälle ist lang. Der AfD-Mann hatte in den vergangenen Monaten mehrfach bei Kundgebungen gegen Ausländer gehetzt und die Demonstranten zu fremdenfeindlichen Parolen angestiftet. Bei der Talkshow von Günther Jauch fiel er damit auf, dass er eine Deutschlandflagge mit ins Studio brachte, die er demonstrativ auf seiner Stuhllehne positionierte.

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