POLITIK
18/12/2015 10:58 CET | Aktualisiert 18/12/2015 10:59 CET

Polens Regierung lässt Nato-Zentrum in Warschau stürmen

Die nationalkonservative Regierung von Andrzej Duda hat das Nato-Kompetenzzentrums für Spionageabwehr gestürmt.
dpa
Die nationalkonservative Regierung von Andrzej Duda hat das Nato-Kompetenzzentrums für Spionageabwehr gestürmt.

Polen hat in einer nächtlichen Aktion den Leiter eines neuen Nato-Kompetenzzentrums für Spionageabwehr in Warschau ausgewechselt. Hochrangige Beamte des Verteidigungsministeriums hätten gegen 1.30 Uhr morgens in Begleitung von Militärpolizisten versucht, in die Einrichtung einzudringen. Das berichtet die Agentur PAP am Freitag.

Als Grund für den Einsatz gab ein Sprecher des Ministeriums an, eine Reihe von Mitarbeitern des Zentrums habe sich einer Versetzungsorder widersetzt. Der Sender "TVP Info" berichtete indes unter Berufung auf ungenannte Quellen, es gebe einen Verdacht auf Spionage für die USA.

"Verwunderung und Beunruhigung" über die nächtliche Aktion äußerte Ex-Präsident Bronislaw Komorowski von der oppositionellen Bürgerplattform (PO) im Sender "TOK FM". Die nationalkonservative Partei "Recht und Gerechtigkeit" (PiS) stand zuletzt vermehrt in der Kritik, weil sie zahlreiche Spitzenposten in Verwaltung und Staatsbetrieben neu besetzt. Das Nato-Spionageabwehrzentrum wird unter Führung von Polen und der Slowakei errichtet, aber auch Deutschland ist an dem Projekt beteiligt.

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