WIRTSCHAFT
17/12/2015 12:04 CET | Aktualisiert 18/12/2015 05:01 CET

Mineralöle in Schokolade: Behörde nennt Adventskalender-Hersteller

In fünf Adventskalendern wurden Rückstände von  von aromatischen Mineralölen nachgewiesen.
Rebecca Nelson via Getty Images
In fünf Adventskalendern wurden Rückstände von von aromatischen Mineralölen nachgewiesen.

Jetzt ist es raus, in welchen Adventskalendern Kontrolleure Rückstände von Mineralölen gefunden haben. Das Bayerische Landesamt für Gesundheit und Lebensmittelsicherheit (LGL) hat die Namen der Hersteller nun doch veröffentlicht. Zunächst hatte die Behörde nur gemeldet, dass ihre Tester etwas gefunden hatten - hatte aus juristischen Gründen aber nicht offengelegt, in welchen Produkten.

Es ist ein hart erkämpfter Sieg der Verbraucherschützer:Laut der Nichtregierungsorganisation Foodwatch forderten in einer von ihr organisierten E-Mail-Aktion an Bayerns Verbraucherministerin Ulrike Scharf (CSU) mehr als 17.000 Menschen, die Namen der Hersteller öffentlich zu machen. Ein Unternehmen hatte versucht, sich genau dagegen zu wehren. Der Discounter Netto war deshalb vor Gericht gezogen.

Hersteller antworten

Ein Netto-Sprecher teilte auf Anfrage mit, "von dem genannten Produkt ging und geht zu keinem Zeitpunkt ein Risiko aus." Das Messergebnis liege nur geringfügig über der technischen Nachweisgrenze. Bezogen auf ein Stück Schokolade des Kalenders liege das Ergebnis rechnerisch sogar bei nur bei 0,0019 Milligramm. "Dieser Spurennachweis führt bei den für den Gesundheitsschutz zuständigen Behörden zu keiner Beanstandung." Der Karton des Kalenders werde zudem mit Farbe bedruckt, die komplett frei von Mineralölbestandteilen sei. "Trotz dieser minimalen Spuren arbeiten wir mit unserem Lieferanten weiter an Verbesserungen", betonte der Sprecher.

Eine Frankenwald-Sprecherin sagte, man habe eine schriftliche Erklärung des Karton-Zulieferers über die Unbedenklichkeit gehabt. Nun werde intern über die Konsequenzen beraten. Ein Sprecher von Windel sagte, man habe der Veröffentlichung des Herstellernamens sofort zugestimmt. "Wie wollen offen damit umgehen, betonen aber wie das LGL, dass der Verzehr der Schokolade unbedenklich ist", sagte der Sprecher. Feodora wollte sich zunächst nicht äußern.

Belastete Adventskalender

Im LGL-Test wurden elf Adventskalender untersucht, bei fünf Produkten wurden geringe Mengen sogenannter aromatischer Mineralölkohlenwasserstoffe (MOAH) nachgewiesen. Das sind dem LGL zufolge:

  • Adventskalender „Tischkalender zum Aufstellen“ (Feodora, Bremen)
  • Adventskalender „Santa’s Schlitten“ (Frankenwald Confiserie Bauer, Ludwigsstadt)
  • Adventskalender „Für große Kinder“ (Frankenwald Confiserie Bauer, Ludwigsstadt)
  • Adventskalender „Goldora“ (Windel GmbH & Co. KG, Osnabrück)
  • Adventskalender „Santa Claus In Town“ (Netto Marken-Discount)

Nach Angaben des LGL können MOAH potenziell krebserregende und erbgutverändernde Substanzen enthalten. Die Behörde betonte auf ihrer Internetseite aber nochmals, dass der Verzehr der Schokolade "keinen Anlass zur Besorgnis" gebe. Derzeit sei es nicht möglich, einen gesundheitlichen Grenzwert für diese Stoffe zu ermitteln.

Einen gesetzlichen Grenzwert gibt es also nicht. Trotzdem seien MOAH in Lebensmitteln generell "unerwünscht". Auch in den fünf betroffenen Test-Kalendern.

Mit dpa-Material

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