LIFESTYLE
18/12/2015 10:49 CET | Aktualisiert 18/12/2015 11:33 CET

Arabischer Clan: Großfamilie vertreibt Rocker aus kriminellem Milieu

2015-11-12-1447332656-6784274-Facebook2.jpg

Wenn sich kriminelle Rocker-Gruppen zurückziehen, um anderen das Feld zu überlassen, sagt das viel über die Nachfolger aus. Beim Nachfolger handelt es sich um den Miri-Clan. Er ist einer der namhaftesten Familien-Clans in Deutschland mit arabischen Wurzeln, der überwiegend in Bremen ansässig ist.

Und vor diesem Clan ergreifen sogar Rocker die Flucht.

Einige Familienmitglieder fallen vor allem mit kriminellen Aktivitäten auf. Sie betreiben Schutzgelderpressung, Drogen- und Waffenhandel.

Rüdiger Leefers vom Bund deutscher Kriminalbeamter in Bremen teilte FOCUS Online mit: „Der M-Clan ist schon mehrmals mit organisierter Kriminalität in Verbindung gebracht worden und einzelne Mitglieder standen bereits wegen verschiedener Delikte vor Gericht.“ Rocker haben sich inzwischen zurückgezogen, sodass der Clan keine Konkurrenz mehr hat.

Es gibt keine „No-Go-Areas“

Als ein mit Maschinenpistolen bewaffneter Libanese im März eine Terrorwarnung auslöste, fiel der Verdacht auf ein Familienmitglied des Clans. Im Islamischen Zentrum wurde daraufhin eine Razzia durchgeführt, sie war jedoch erfolglos.

„Es ist allerdings ruhig geworden um die Familie. Entweder liegt es daran, dass der Clan nicht mehr so aktiv ist, oder die Polizei geht der Sache nicht mehr konsequent nach, weil einfach die Kapazitäten fehlen und wir mehr denn je unter Personalmangel leiden“, äußert sich der Kriminalbeamte.

„No-Go-Areas“, die es als kriminelle Brennpunkte in Gegenden Nordrhein-Westfalens gibt, existieren in Bremen nicht.

Mhallamiye-Kurden missbilligen deutsche Gesetze

Die Mitglieder des Clans gehören zu den Mhallamiye-Kurden. Sie kamen vor etwa 30 Jahren als Bürgerkriegsflüchtlinge aus dem Libanon nach Deutschland. Der Clan setzt sich aus ungefähr 35 Familien zusammen.

Das örtliche Landeskriminalamt meldet, dass der Miri-Clan auch in Niedersachsen bekannt ist. Kriminaloberkommissarin Stephanie Weiß sagt dazu: „Die Mhallamiye-Kurden sind überwiegend in großen Familienverbänden über ganz Niedersachsen verteilt.“

In der Vergangenheit lehnten die Mhallamiye Gesetze und Regeln meistens ab, so sagt Weiß. Sie wurden seit 2012 der Polizei gegenüber zunehmend aggressiver. Nach Angaben der Behörde sind die Mhallamiye-Familien vor allem in Hannover, Hildesheim, Stade, Osnabrück, Braunschweig, Salzgitter, Wilhemshaven, Peine, Göttingen, Achim, Hameln, Lüneburg und Delmenhorst verbreitet.

Nicht alle Familienmitglieder sind kriminell

Trotz des auffälligen Verhaltens einiger Mitglieder, sind nicht alle Angehörigen kriminell. Beate Krafft-Schöning beschäftigt sich seit mehreren Jahren mit der Familie: „Der Großteil der Familie ist aber ganz normal. Sie studieren, machen eine Ausbildung oder arbeiten.“

Auch auf HuffPost:

Mehr als 100 Waffen: Eskalierter Rockerkrieg: Überwachungsvideo zeigt brutale Schießerei zwischen Rivalen

Lesenswert:

Ihr habt auch ein spannendes Thema?

Die Huffington Post ist eine Debattenplattform für alle Perspektiven. Wenn ihr die Diskussion zu politischen oder gesellschaftlichen Themen vorantreiben wollt, schickt eure Idee an unser Blogteam unter

blog@huffingtonpost.de.

Hier geht es zurück zur Startseite