POLITIK
17/12/2015 10:27 CET | Aktualisiert 17/12/2015 11:55 CET

Putin teilt bei Pressekonferenz gegen die Türkei aus - und lobt Donald Trump

Putin hat in seiner Jahrespressekonferenz mal wieder richtig auf den Putz gehauen. Unter anderem lobte er den US-Präsidentschaftsbewerber Donald Trump; er gab zu, dass russische Soldaten in der Ukraine sind, und er unterstellte: Die Türken kriechen den Amerikanern in den Arsch.

Wie er darauf kam? Putin sprach laut Informationen der Deutschen Presseagentur abermals über die Beziehungen mit der Türkei nach dem Abschuss des russischen Jets über Syrien durch die türkische Luftwaffe im November. Den Abschuss werte er weiterhin als "feindlichen Akt", der diplomatische Beziehungen in der Zukunft schwierig machen werde.

Putin hat den USA zudem eine führende Rolle bei den Ereignissen unterstellt: "Jemand in der türkischen Führung wollte den Amerikanern in eine bestimmte Stelle kriechen", sagte er demnach. Gleichzeitig lobte er trotzdem die aktuellen Bemühungen der USA für eine neue UN-Resolution zu Syrien.

Raum für eine Einigung mit der türkischen Führung sehe er nicht, betonte der Kremlchef. Sanktionen vor allem gegen die türkische Tourismusbranche rechtfertigte Putin mit steigender Terrorgefahr. Die Türkei islamisiere sich, sie biete Kämpfern Zuflucht. Zudem versicherte er, die umstrittenen syrischen Regierungstruppen weiterhin im Kampf gegen den "Islamischen Staat" zu unterstützen - auch aus der Luft.

Den Konflikt in der Ukraine will Putin laut eigener Aussage nicht weiter verschärfen. Er habe Interesse an einer Lösung, aber nicht auf Kosten der Menschen in der Ostukraine, ließ er wissen. Zudem seien weder Handelserleichterungen noch Sanktionen gegen das Land geplant. Putin gab bei der Pressekonferenz auch zu, dass Militärpersonal in der Ukraine sei - allerdings handele es sich dabei nicht um "normale Truppen".

Putin kritisierte aber: Die Führung in Kiew halte sich nicht an den Minsker Friedensplan für das Kriegsgebiet Ostukraine, meinte er. Die ständigen Forderungen, Russland solle die Minsker Vereinbarungen einhalten, gingen an die falsche Adresse. "Wir sind nicht an einer Verschärfung des Konfliktes interessiert", versicherte Putin.

Außerdem bemerkenswert: Putin lobte den umstrittenen US-Präsidentschaftsbewerber Donald Trump. Er nannte ihn "talentiert" und sagte, dass er zurecht das Rennen in der konservativen Partei um die Präsidentschaft anführe. Außerdem freute sich Putin, dass Trump eine Besserung des Verhältnisses zu Russland in Aussicht stellt.

Bei der mit großem Pomp inszenierten Pressekonferenz machte Putin den von einer schweren Wirtschaftskrise verunsicherten Russen Mut. "Der Höhepunkt der Krise ist überschritten", sagte er. Vor allem der Absturz des Ölpreises auf weniger als 50 Dollar je Barrel belastet den Haushalt der Rohstoffmacht und hat zu einer massiven Abwertung des russischen Rubels geführt. Viele Menschen fürchten um ihre Jobs.

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