WIRTSCHAFT
17/12/2015 07:44 CET | Aktualisiert 26/01/2016 06:35 CET

Die unappetitliche Wahrheit über Aldi-Lachs

Video: So kochen Sie den perfekten Lachs - in der Spülmaschine

Neben Würstchen mit Kartoffelsalat ist Lachs als Weihnachtsessen bei den Deutschen der absolute Klassiker. Den gibt es auch schon für wenige Euro beim Discounter. Aber kaum ein Kunde weiß, wie der Lachs gezüchtet wird und welche bedenklichen Stoffe drinstecken.

Die SRF-Sendung "Kassensturz“ wollte genau das herausfinden und hat 15 verschiedene Lachsproben im Labor untersucht. Alle Fische stammen aus industrieller Lachszucht.

Das Ergebnis ist erschreckend: In 14 Proben haben die Wissenschaftler Rückstände des Zusatzstoffes Ethoxyquin gefunden. Diese Chemikalie wird in Fischfutter gemischt, damit es nicht ranzig wird. Die Testes beweisen, dass das Konservierungsmittel am Ende auch auf unserem Teller landet.

Lachs von Aldi und Denner stark belastet

Für die Labortests haben die Forscher den sogenannten Ethoxyquin-Wert bestimmt.

Am schlimmsten belastet ist neben einem Produkt von Denner der Lachs von Aldi. Die Grafik zeigt, dass das "Almare Seafood Lachsfilet“ des Discounters einen Dimer-Wert von 1390 Mikrogramm pro Kilo aufweist. Damit hat es einen stark erhöhten Wert im Vergleich zu den anderen getesteten Produkten.

skala


Aber es gibt auch gute Nachrichten für Aldi: Der einzige Lachs, der keinerlei Rückstände von Ethoxyquin aufweist, ist die Bio-Variante des Discounters – der Natur Aktiv "Bio-Rauchlachs“.

Ethoxyquin in Fischzucht erlaubt

Der Gesetzgeber hat bereits vor einigen Jahren auf den Einsatz von Ethoxyquin reagiert. Die EU hat den Stoff bereits Jahr 2011 als Pestizid verboten. Bis dahin hat es die Landwirtschaft jahrzehntelang eingesetzt. In der Fischzucht ist es aber weiterhin erlaubt.

Der Grund: Es gab eine Reihe von Bedenken wegen "fehlender Daten über das gentoxische Potenzial und die Ökotoxizität“. Das berichtet der SRF.

Die "Europäische Behörde für Lebensmittelsicherheit“ (efsa) schreibt dazu weiter auf ihrer Webseite:

"Die EFSA kann über die Sicherheit von Ethoxyquin als Futtermittelzusatz für keines der Zieltiere befinden und auch keine abschließende Bewertung der Sicherheit für Verbraucher oder die Umwelt vornehmen.“

Experten wollen auf Ethoxyquin verzichten

Viele Experten plädieren dafür, ganz auf Ethoxyquin in Fischfutter zu verzichten. Chemiker Patrick Edder sagt der Sendung "Kassensturz“: "Man kann keine Futterzusätze akzeptieren, bei denen man nicht sicher ist. Im Tierfutter kann man keine Zusatzstoffe tolerieren, von denen man die Gefahren nicht kennt.“

Aldi hält sich an Vorgaben

Aldi hat laut SFR bereits dazu Stellung genommen und schreibt, dass man sich an die gesetzlichen Vorgaben halte. Es bestehe keine Gefahr für die Verbraucher.

Bis heute gibt es für Fisch keine gesetzlichen Grenzwerte, weswegen auch die Kontrollbehörden machtlos sind. "Wir können lediglich kritisieren, dass man Ethoxyquin in den Fischen findet, die wir essen. Aber wir haben keinerlei Handhabe, diese vom Markt zu nehmen“, sagt Experte Edder.

Für den Verbraucher gilt: Sich vorher genau informieren, woher der Lachs stammt und sich das Weihnachtsfest nicht vermiesen lassen.

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