POLITIK
17/12/2015 06:41 CET | Aktualisiert 18/12/2015 10:59 CET

Wissenschaftler schlägt Alarm: "Islamistische Radikalisierung beginnt im Kindergarten"

Es ist ein Problem, das Österreich lange ignoriert hat und das auch die Sicherheit in Deutschland gefährden könnte: Islamistische Propaganda in Kindergärten.

Vor einigen Tagen sorgte der Außen- und Integrationsminister Österreichs Sebastian Kurz mit einer Studie zu diesem Thema für Aufsehen. Der Befund: In Wien gibt es derzeit 150 islamische Kindergärten, in denen laut Kurz 10.000 Kinder "abgeschottet" und teilweise indoktriniert werden.

"Wir kennen das Phänomen seit Jahren und wussten, dass die Zahl dieser Kindergärten zuletzt stark zugenommen hat", warnt Kurz in einem "Interview mit der Kronenzeitung".

"Ziehen Generationen von Parallelgesellschaften heran"

Laut dem Autor der Studie, Ednan Aslan, Leiter des Instituts für islamische Studien an der Uni Wien, geben viele Eltern ihre Kinder in diese Kindergärten, um sie vor den Einflüssen der Mehrheitsgesellschaft zu schützen.

Integrationsminister Kurz warnt deshalb: "Wenn mitten in Wien Tausende Kinder in rein türkische oder tschetschenische islamische Einrichtungen gehen und dort kaum Deutsch lernen, dann ziehen wir Generationen von Parallelgesellschaften heran."

In einem Kindergarten waren die Verhältnisse laut der Studie besonders krass. Wie Kurz sagt: "In einem der Kindergärten wird die Scharia mit unseren weltlichen Gesetzen verglichen. Dort steht geschrieben, die Scharia biete Orientierung, weltliche Gesetze bieten keine Orientierung."

"Kita-Plätze fehlen, die Islamisten nutzen das aus"

Der Grund, dass die islamischen Kindergärten in Wien boomen, sollte auch für Deutschland ein Alarmsignal sein. Weil in Wien Kita-Plätze fehlen, haben islamische Vereine diese Lücke gefüllt und bieten nun die Kinderbetreuung an. Auch in Deutschland gibt es zahlreiche islamische Kindergärten. Bisher ist nicht bekannt, ob es auch in diesen Versuche wie in Österreich gibt.

Dabei ist auch die Studie aus unserem südlichen Nachbarländern nicht unumstritten. Der Präsident der Islamischen Glaubensgemeinschaft in Österreich, Fuat Sanac, nannte die Studie "undemokratisch und auch unmenschlich". Schließlich würden die Kindergärten von der Stadt kontrolliert. Er wies auch auf eine entscheidende Schwäche der Studie hin: Für die Auswertung seien nur eine Handvoll Kindergärten besucht worden.

Der Autor verteidigt seine Studie: „Unsere Untersuchung umfasst circa 2000 Kinder, das sind etwa ein Fünftel der gesamten Zahl der muslimischen Kinder in diesen Kindergärten“, sagt Aslan. Deswegen sei die Auswertung sogar repräsentativ für islamische Kindergärten.

"Radikalität fällt nicht vom Himmel"

Er warnt: "Den Kindern werde zum Beispiel beigebracht, sie dürften nicht mit Menschen zusammen sein, die Alkohol trinken oder Schweinefleisch essen." Anderen Kindern würde beigebracht, sie sollten "Menschen nicht respektieren, die sich in einer unehelichen Beziehung befinden.“

Aus dieser Radikalisierung folgten Anschläge wie die in Paris, sagte Aslan. Wer so früh indoktriniert werde, für den werde das Töten zu einer "technischen Aufgabe". Im Klartext: Die Kindergärten werden zu einer Brutstätte des Terrorismus. Aslan warnt weiter: "Radikalität fällt nicht vom Himmel. Radikalität ist das Ergebnis eines Prozesses, und dieser Prozess fängt im Kindergarten an."

Was Aslan besorgt: Längst kursieren im Internet auch Aufrufe, Leute wie ihn zu "eliminieren – und das könnte zu Gewalt motivieren".

Der Forscher nennt aber auch Lösungen. Die Kindergärten zu schließen, sei keine Antwort, sagt er, weil dann würde das Problem nur verdrängt. Vielmehr sollte die Stadt Wien auf die Kindergärten zugehen und stärker überwachen, was wirklich dort gelehrt werde.

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